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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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Auf Einsteins Spuren
RUB-Absolvent
von IBM geehrt
IBM ernannte Mitte April 63
seiner weltweit 170.000 Technologie-Experten zu sog. Distinguished Engineers
(DE). Unter ihnen war als einziger Deutscher
ein Absolvent der RUB: der Physiker Dr. Paul Lekkas. Der Titel ist die zweithöchste
Auszeichnung für IT-Experten, die IBM jährlich vergibt. Weltweit
gehören dem Expertenzirkel bei IBM rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
an. DE's haben sich durch jahrelange herausragende Leistungen verdient gemacht
und tragen mit ihren Neuentwicklungen und Erfindungen entscheidend zum Unternehmenserfolg
bei.
Dr. Lekkas, der in der Düsseldorfer IBM-Niederlassung arbeitet und
an zahlreichen Projekten auf der ganzen Welt mitgearbeitet hat, ist erst
der neunte Deutsche, der zum DE ernannt wurde. Zu Computern kam er anfangs
eher notgedrungen. Schwerpunkt seines Studiums war die experimentelle Kernphysik,
und der Bezug zum Computer dort war indirekt: Daten sammeln, Daten vergleichen
etc. Da laut Schätzung von Dr. Lekkas die Datenverarbeitung bis zu
70 Prozent des Studiums beanspruchte (fürs Forschen verblieben etwa
30 Prozent) und keine geeigneten Programme vorhanden waren, entwickelte
er kurzerhand selbst die benötigte Software. Als er 1985 auf Arbeitssuche
ging, war er darin bereits Spezialist und wollte sich im Beruf weiterentwickeln
und folglich anderen Dingen widmen. Bei Siemens in München war dies
zunächst der Logikentwurf für Schaltkreise auf Chips. 1988 wechselte
Dr. Lekkas zu IBM. Das erste große Projekt
des heute 46-Jährigen war die Entwicklung eines Time Sharing Option
Workload, mit deren Hilfe es erstmals möglich war, Studien über
Kapazitätsgrenzen von Großrechnern direkt beim Kunden durchzuführen.
Diese Entwicklung stand am Anfang einer Reihe weiterer Workload-Projekte
bei IBM.
Seine Arbeit bei IBM charakterisiert Paul Lekkas als Mischung aus "Forschung,
Technik und Entwicklung mit einer ausgeprägten Schnittstelle zum Kunden".
Der Bezug zum Kunden beschert ihm auch ausgeprägte Reisetätigkeiten.
Bei grundsätzlichen Problemen, die von herkömmlichen Kundendiensten
nicht zu bewältigen sind, muss er kurzfristig schon mal nach Asien
reisen. Drei Büros unterhält Paul Lekkas ohnehin: eines in Düsseldorf,
eines beim deutschen Hauptsitz von IBM in Böblingen, eines in der Weltzentrale
bei New York.
Durch den Titel eines Distinguished Engineer ist Dr. Lekkas Ansehen im Unternehmen
noch angestiegen, was ihm nicht ausschließlich behagt. "Ich berate
und plane jetzt hauptsächlich, ich mache Vorgaben und trage viel Verantwortung,
dabei möchte ich auch so oft wie möglich selbst Hand anlegen",
erklärt er.
Das Prinzip von IBM hält Dr. Lekkas gleichwohl für beispielhaft:
Das Unternehmen bietet die Möglichkeit, neben der klassischen Laufbahn
im Management einen technischen Karrierepfad einzuschlagen. Der Titel eines
DE ist die zweithöchste Auszeichnung für Technologie-Experten
aus allen Bereichen des Unternehmens. An der Spitze des IBM Expertenzirkels
stehen die "IBM Fellows". Dieser Titel wurde seit seiner Einführung
1963 weniger als 50 Mal verliehen. Ein Traum ist der "Fellow"
auch für Paul Lekkas. "Der Titel ist allerdings noch sehr weit
weg für mich. Entscheidend ist ohnehin, dass ich überhaupt ständig
weiterkomme", erläutert er. Für
Studierende, die in seine Fußstapfen treten möchten, hat er gleich
ein ganzes Paket an wirklich guten Ratschlägen parat. Beispielsweise
empfiehlt er ein "Studium aus Neigung", das anschließend
mit Disziplin absolviert werden soll. Disziplin wie auch Leidenschaft sollten
später auch im Beruf die Motoren sein, so Paul Lekkas, dessen großes
Vorbild Albert Einstein ist. Daheim, so gibt er schmunzelnd zu, arbeitet
er übrigens mit einem Rechner von Aldi. jw/ad
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