Ruhr-Universität Bochum zur Navigation zum Inhalt Startseite der RUB pix
Startseite UniStartseite
Überblick UniÜberblick
A-Z UniA-Z
Suche UniSuche
Kontakt UniKontakt

pix
 
Das Siegel
Naturwissenschaften Ingenieurwissenschaften Geisteswissenschaften Medizinische Einrichtungen Zentrale Einrichtungen
pix
RUBENS - Zeitschrift der RUB
RUBENS- Startseite

Lesen
Aktuelle Ausgabe
Archiv
¤Ausgabe Nr. 70
  ¤Artikel
pdf-Dateien

Service & Kontakt
Mediadaten
Redaktion
E-Mail Service
Kontakt

Volltextsuche
pix RUBENS - Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
 
 
 
    
pix
Artikel » Ausgabe 70 »Archiv » RUBENS » Pressestelle » Ruhr-Universität
pix pix
RUBENS 70 2. Mai 2002


Fortschrittliche Tradition

Ein Michaelmas Term in Oxford

Zum zweiten Mal nach 1999/2000 berichtet Nadine Schöneck in RUBENS von einem längeren Auslandsaufenthalt. Seinerzeit war die Studentin der Sozialwissenschaft in Texas, diesmal in Oxford.
Einer der größten Vorzüge der akademischen Ausbildung ist meiner Meinung nach das geradezu institutionalisierte Recht auf Experiment, Erfahrung und Erkenntnis. Jeder Studierende sollte sich dieses Rechts bewusst sein - und wenigstens ein Semester studierend im Ausland verbringen. Es ist der Blick über den Tellerrand des allzu wohlvertrauten Mensaessens an der ebenso vertrauten Alma Mater; es ist eine grandiose Horizonterweiterung.
Ich nutzte diese Chance zweimal: Das Studienjahr 1999/2000 verbrachte ich mit einem MAUI-Teilstipendium an der University of Texas at Austin (RUBENS 52), und im vergangenen Wintersemester studierte ich ein Trimester lang in Oxford. Die University of Oxford zählt mit ihrer über 800 Jahre langen Geschichte und ihren relativ wenigen Studierenden (etwa 16.000, davon ein Drittel graduates) zu den traditionsreichsten und angesehensten Universitäten weltweit. Entsprechend zieht Oxford leistungsbereite und - das sollte nicht verschwiegen werden - wohlhabende Studierende aus aller Welt an. Einmalig ist die Atmosphäre, eine bemerkenswerte Mischung aus Tradition und Fortschritt, Ehrfurcht und Stolz.
Zugegeben, ich hatte niemals mit Oxford geliebäugelt, und nach dem Jahr in den USA kam ein weiterer längerer Auslandsaufenthalt zu Studienzwecken nicht mehr in Frage - jedenfalls nicht vor Abschluss meines Sowi-Studiums an der RUB. Aber es hatte sich so ergeben: Für die engagierte Unterstützung meiner Fakultät sowie der wohlgesonnenen Weichenstellung der großen Schicksalskontrollinstanz bin ich sehr dankbar.
Den Michaelmas Term 2001 (Oktober bis Dezember) studierte ich also in Oxford, wo ein Studienjahr aus drei Trimestern besteht: Michaelmas, Hilary und Trinity Term. ERASMUS/SOKRATES versorgte mich mit einem Studiengebührenerlass sowie einer eher symbolischen Beihilfe zur Deckung der in Oxford überaus hohen Lebenshaltungskosten. Ich nutzte die Zeit meines Aufenthaltes zur Vorbereitung meiner Diplomarbeit und zur Wissensvertiefung in meiner Lieblingsdisziplin, der Soziologie. Ein wahres Highlight waren die extrem arbeitsintensiven, aber äußerst effizienten und wöchentlich stattfindenden tutorials, die mir eine Doktorandin der Soziologie exakt zum Themenbereich meiner geplanten Diplomarbeit gab. Tutorials, so sagte man mir, seien eine Besonderheit des Lehrbetriebs in Oxford und in Cambridge.
Eine weitere Besonderheit stellt das zunächst schwer nachvollziehbare System aus University, Colleges und Departments dar: Die University steht über Allem, ist der Oberbegriff für das, was man als Oxonian bezeichnet. In den 39 Colleges sind die Studierenden beheimatet. Hier findet die Sozialisation im Oxford style statt - z. B. in Form gemeinsamer Abendessen und Empfänge. Die Departments (Fakultäten, Institute) sind die eigentlichen akademischen Einrichtungen.
Ich war junior member des St Cross College, einem erst 1965 gegründeten College für graduate students. Senior members (oder fellows) sind die Forschenden und Lehrenden eines Colleges. Die Betreuung der junior members, insbesondere der new students, ist erstklassig und innig - sie könnte manchem freiheitsliebenden Studierenden sogar zuviel des Guten sein ... Jedem Neuling wird ein junior sponsor, ein am College erfahrener Studierender, sowie ein senior sponsor, ein fellow, zugeordnet. Diese Beistände halten in aller Regel engen Kontakt zum Neuling in Oxford.
Während das Lernen am Department erfolgt, spielt sich das Leben im College ab. Neben Sport - allem voran Rudern! - wird jede Menge Kultur auf höchstem Niveau geboten. Ungewöhnlich sind die am St Cross College stattfindenden, äußerst stilvollen College Halls. Nach einem Gebet in lateinischer Sprache isst man gemeinsam bei Kerzenschein zu Abend, selbstverständlich in gown (im Talar). Des weiteren werden in jedem Trimester zahlreiche special dinners angeboten.
Das Lernen und Leben in Oxford hat mir so gut gefallen, dass ich gegenwärtig über eine mögliche Rückkehr zur Promotion nachdenke. Noch ist dies Zukunftsmusik, aber Träumen sollte ja erlaubt sein ... Nadine Schöneck

Infos über Oxford: nadine.schoeneck@ruhr-uni-bochum.de oder: www.ox.ac.uk
ad
pfeil  zurückblättern zur Themenübersicht weiterblättern  pfeil
 
 
Zum Seitenanfang  Seitenanfang | Druckfassung dieser Seite
Letzte Änderung: 02.05.2002| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik