| Hedonismus pur | |
| Buchtipp und Verlosung | |
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| Der Ich-Erzähler macht keinen Hehl aus seiner Vorliebe
für J. D. Salinger. Gleich zu Beginn des kurzen Romans "Heute
könnte ein glücklicher Tag sein" sitzt er auf einem Balkon
und liest "wieder einmal" Salingers "Hebt den Dachbalken
hoch, Zimmerleute". Mehr noch als diese Erzählung scheint allerdings
Salingers bekanntestes Werk, "Der Fänger im Roggen", Eindruck
hinterlassen zu haben. Jedenfalls ist der Ich-Erzähler ständig
von "Heuchlern" umgeben, erkennt überall "Verlogenheit"
und viele Dinge "deprimieren" ihn - alles Schlüsselwörter
in Salingers Roman. Doch im Gegensatz zu
dessen Helden, Holden Caulfield, setzt sich Xaver Bayers Anti-Held keinerlei
greifbare Ziele: Er sorgt sich nicht um das Schicksal von Enten
oder das von kleinen Kindern, die im an einer Klippe gelegenen Roggenfeld
spielen. Bayers Hauptfigur studiert Germanistik in Wien - falls er es denn bis zum Mittag schafft aufzustehen, um wenigstens ein paar Vorlesungen zu besuchen. Wenn nicht, versucht er das Leben in vollen Zügen zu genießen: Freunde, Frauen, Alkohol, Drogen, Musik, Partys, Reisen. Er nimmt praktisch alles mit, schafft es dennoch nicht, mit Leib und Seele einzutauchen. Der Rausch bleibt oberflächlich, wie das ganze Leben des namenlosen Studenten. Der 24-jährige Xaver Bayer beschreibt all das und einiges mehr klar und schnörkellos. Er malt so ein realistisches (und sehr betrübliches) Bild eines Teils der jungen Generation: Hedonistisch geprägt, lässt sie sich ziellos auf dem Konsumstrom treiben und wartet darauf, unterzugehen oder (und?) erwachsen zu werden. ad Xaver Bayer: "Heute könnte ein glücklicher Tag sein", Verlag Jung und Jung, Salzburg 2001, 187 S., 19,90 Euro. Wir verlosen das Buch unter allen, die uns bis zum 25.2.02 eine Postkarte schicken: RUBENS, Pressestelle der RUB, UV 3/366, 44780 Bochum. Stichwort ist die Antwort auf die Frage: Was bedeutet die Abkürzung "POL" in der Lehre? |
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| 01.02.2002 |