Zwei Monate Guadeloupe
   
  Bochumer Studentin in der Karibik
 
 

Um diese Erfahrung werden viele Studierende Caroline Laffers beneiden: Die Romanistikstudentin arbeitete zwei Monate lang als Fremdsprachenassistentin auf der Karibikinsel Guadeloupe (gleichzeitig französisches Überseedepartement). Vermittelt vom Kustos des Romanischen Seminars Jürgen Niemeyer und dessen Frau Dominique und ausgestattet mit einem Stipendium des deutsch-französischen Jugendwerkes, unterrichtete Laffers Deutsch am Lycée de Providence in Abymes. Am Gymnasium mitsamt Internat war sie voll eingebunden, so dass ihr kaum Zeit blieb, die herrlichen Badestrände zu erkunden. Stattdessen verbrachte sie viel Zeit mit ihren Schülern, den 20 festen Deutschlehrern der Inselwelt und den anderen Fremdsprachenassistenten. Mit sieben von ihnen (aus Frankreich, Jamaika, Argentinien, Spanien, Barbados, Trinidad, Australien) teilte sie sich einen kleinen Bungalow. Über ihre Eindrücke sprach Caroline Laffers mit Arne Dessaul.


Wie kam es zu Ihrem Trip nach Guadeloupe?
Das war ganz spontan und unerwartet. Herr Niemeyer fragte mich eines Morgens in der Uni im Aufzug, ob ich Lust dazu hätte. Er meinte, das dürfte kein Problem für mich sein, da ich ja bereits ein Jahr lang in Frankreich unterrichtet habe. Dann habe ich mich bei seiner Frau beworben und wurde genommen.

Welche Aufgaben hatten Sie auf Guadeloupe?
Zum einen gab ich Schülern im Alter zwischen 14 und 18 Deutschstunden. Zum anderen durchforstete ich die Schulbibliothek nach Büchern, Zeitschriften und anderem Material über Deutschland. Ich sollte das Material beurteilen und konnte anschließend übers Internet Neues bestellen. Da Deutsch - im Gegensatz zu Englisch und Spanisch - auf Guadeloupe eher ein Schattendasein fristet, gab es sehr wenig Material - und auch wenig Schüler. In meinen Klassen waren etwa sechs bis acht. Zum Teil gab ich sogar Einzelunterricht. Insgesamt habe ich pro Woche rund 16 Stunden lang unterrichtet. Hinzu kam die Aufsicht über die Internatsschüler, dass sie sich an die strengen Regeln halten, was Ausgang, Kleidung oder Freizeit betrifft.

Was hat Sie am meisten beeindruckt?
Fast alles: Natur, Essen, die Freundlichkeit der Leute. Die Welt auf Guadeloupe ist exotisch, man spürt dennoch überall die französische Präsenz. Ich war ganz fasziniert von diesem Mix. Zum Beispiel beim Bus fahren. Man kann praktisch überall ein- und aussteigen, man muss nur dem Fahrer deutlich winken oder ihm Bescheid sagen. Im Bus schallt einem Reggae entgegen, und viele Fahrgäste klatschen und singen mit. Ansonsten unterhält man sich lautstark, jeder mit jedem, egal, ob man sich kennt.

Welche Tipps haben Sie für kommende Fremdsprachenassistenten?
Vorab: Man sollte mit einer toleranten, respektvollen und offenen Einstellung nach Guadeloupe fahren. Dann hat man es relativ leicht, mit der gastfreundlichen, warmherzigen Bevölkerung Kontakte zu knüpfen und Freunde zu gewinnen. Was das Praktische betrifft: Sommersachen reichen vollkommen aus, auf Guadeloupe ist es das ganze Jahr über warm. Für den Unterricht sollte man sich allerdings "anständig" anziehen. Zum Schutz vor heftigen Regenfällen empfehle ich zusätzlich Regenkleidung und feste Schuhe. Ansonsten bekommt man dort alles, was es auch in Frankreich gibt, leider aufgrund der hohen Importkosten zum doppelten Preis (in Euro!). Ganz wichtig: So viel Infomaterial (Fotos, Reiseführer, Comics, Videos etc.) über Deutschland mitnehmen wie möglich! Dort gibt so wenig, aber insbesondere die Jugendlichen sind aufgeschlossen und interessiert. Am ehesten sind sie durch visuelle Medien und geduldige Gespräche zu beeindrucken.

   
   
   
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02.01.2002