India 2001
   
 
RUB auf Promotion Tour
 
  Große Aufmerksamkeit erregte Ende Oktober/Anfang November die Promotion Tour India 2001, die Teil einer weltweit angelegten Image- und Informationskampagne für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland war - koordiniert durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst und die Hochschulrektorenkonferenz. (RUBENS 63). Ein Höhepunkt der Tour war der Besuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder und Innenminister Otto Schily auf der Bildungsmesse in Delhi (29.10.). Ausgewählte indische Studierende hatten eine Stunde Gelegenheit, beim "Chat with the Chancellor" ihre Fragen und Wünsche zum Thema Studieren in Deutschland zum Ausdruck zu bringen. Beim anschließenden Rundgang über die Messe zeigte sich der Kanzler beeindruckt über das starke Besucherinteresse. Allein am ersten Tag besuchten mehr als 2.200 indische Studierende die Messe. Insgesamt waren es weit mehr als 10.000 Besucher, die sich an den Standorten Delhi, Pune, Chennai und Calcutta für die Angebote deutscher Unis interessierten.
Gemeinsam mit 14 anderen deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen war auch die RUB in Indien; unterwegs waren Monika Sprung (Akademisches Auslandsamt), Prof. Venkatesa Vasanta Ram (Maschinenbau) und Prof. Matthias Epple (Chemie). Sie hatten meist folgende Fragen zu Deutschland zu beantworten: Sind die Abschlüsse international vergleichbar? Was kostet das Leben? Welche Zulassungsvoraussetzungen haben die Unis? Kann ich dort nach dem Studium arbeiten? Speziell im Bereich der Master-Ausbildung und des Promotionsstudiums war das Interesse bemerkenswert groß; bevorzugte Fächer waren Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen, Informatik, Biotechnologie und Chemie.
Der Messestand wurde von 12 h mittags bis 21 h abends bestürmt, so dass den Repräsentanten der RUB abends buchstäblich die Worte fehlten. Triviale Bedürfnisse wie Essen und Trinken mussten angesichts der vielen Informationssuchenden zurückgestellt werden. Fast allen Hochschulvertretern ging irgendwann das Material aus. Obwohl Pakete mit Infomaterial an die verschiedenen Messestände vorausgeschickt werden konnten und große Vorräte auch noch mit geführt wurden, hatten auch die indischen Copy-Shops ihre helle Freude an der deutschen Education Fair.
Durch das enge Programm (die Freiräume waren meist durch den Besuch von indischen Forschungszentren ausgefüllt) blieb den deutschen Delegationsteilnehmern nur wenig Freizeit zum Kennenlernen des Landes. Dennoch waren alle beeindruckt vom vergleichsweise hohen Standard des indischen Ausbildungssystems, der allerdings z. T. in scharfem Kontrast zu der deutlich sichtbaren Armut eines großen Teils der indischen Bevölkerung steht. Man wird aber in der Zukunft mit Indien auch auf wissenschaftlichem Gebiet rechnen müssen. Die mancherorts vollbrachten Leistungen haben Weltniveau, und die Motivation der Wissenschaftler und auch der Studierenden ist beachtlich. Die konkrete Auswertung des Promotion Tour steht noch aus. Jedoch bereits nach den ersten Messetagen in Delhi stellte das Akademische Auslandsamt der RUB einen sprunghaften Anstieg der Anfragen aus Indien fest. Prof. Mathias Epple & Monika Sprung

Begegnung in Calcutta
Calcutta, 7. November 2001. Die Beratungsgespräche mit den indischen Studierenden sind in vollem Gange, als mein Blick plötzlich auf einen Studentenausweis der RUB aus dem Jahre 1975 fällt: im Design nicht so elegant wie die heutigen, aber immerhin schon maschinenlesbar, was die interessante Lochstruktur im unteren Teil des Ausweises zu erkennen gibt. Der Besitzer dieses seltenen Stücks heißt Vishna Rathi Ray und ist Inhaber eines Geschäfts für Elektrowaren in Calcutta. 1975 wurde er an der RUB für Mineralogie eingeschrieben, später wechselte er zu Anglistik und Germanistik. Ein Todesfall in der Familie zwang ihn, vorzeitig nach Indien zurückzukehren, ohne sein Studium abgeschlossen zu haben. Seine Zeit in Bochum hat er in sehr guter und frischer Erinnerung behalten. Besonders erstaunlich waren seine exzellenten Deutschkenntnisse, die er sich bewahrt hat, obwohl er seit vielen Jahren kaum Gelegenheit hat, sie zu praktizieren. Monika Sprung

   
   
   
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01.12.2001