Deutsche - Juden - Polen
   
  Bochumer Geschichtsstudenten in Polen
 
 

Strahlend blauer Himmel. Grüne Wiesen. Plätscherndes Wasser. Die Zeit steht still. Aus der Ferne Menschenstimmen. Alles erinnert an eine sonntägliche Idylle, würden nicht Stacheldraht, Wachtürme, Schienen und Rampe daran erinnern, dass man sich am Symbol des Holocaust befindet: Vernichtungslager Auschwitz Birkenau.
Mit diesen Eindrücken wurden 14 Geschichtsstudenten der RUB konfrontiert. Ihr zweiwöchiges Seminar, das 1989 von Dr. Hubert Schneider ins Leben gerufen wurde und alle zwei Jahre stattfindet, führte sie zuerst in die Gedenkstätte Auschwitz mitsamt Stammlager und Vernichtungslager Birkenau; erkundet wurde zudem die heutige Stadt Oswiecim. Durch das Lager geführt wurden die Studierenden vom ehemaligen Häftling Kazimierz Smolén, dem langjährigen Direktor der Gedenkstätte. Durch seine Erzählungen wurde die Vergangenheit zwar vorstellbarer, aber oftmals nicht begreifbarer.
Obwohl sich die Studierenden ein Semester lang auf diese Fahrt vorbereitet hatten und auch im Lager die Möglichkeit einer individuellen Auseinandersetzung bestand, kamen immer mehr Fragen auf. Diese sollen in diesem Semester aufgearbeitet werden. Gleichzeitig dient das Nachbereitungsseminar dazu, den Gegenbesuch der polnischen Studierenden im April vorzubereiten.
Der zweite Teil ihres Polenaufenthalts führte die Deutschen in die alte Universitätsstadt Krakau. Dort trafen sie auf 20 Geschichtsstudenten der Jagiellonen Universität und der Pädagogischen Akademie. Nachdem die ersten Tage eine Altstadtbesichtigung auf dem Programm stand, ging es anschließend für drei Tage in die kleine Stadt Sandomierz, wo ein gemeinsames Seminar stattfand. Unter dem Thema "Deutsche - Juden - Polen" setzten sich die Studierenden sowohl mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit, als auch mit dem jeweiligen Umgang ihrer Länder mit der jüdischen Minderheit auseinander. Trotz einiger gegensätzlicher Ansichten und beidseitiger Lücken in der Aufarbeitung herrschte ein offenes, fast schon freundschaftliches Klima zwischen beiden Gruppen. Beim Abschied schauten beide Gruppen mit freudiger Erwartung dem Gegenbesuch entgegen. Christine Kausch & Marc Schwarz
   
   
   
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01.12.2001