| Blick auf fremde Teller | |
| International Graduate School for Neuroscience gestartet | |
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Ercan hat Maschinenbau in Istanbul studiert. Evelina stammt ursprünglich aus Bulgarien und hat Mathematik in Hamburg studiert. Beide sind als Stipendiaten der International Graduate School for Neuroscience (IGSN), die am 1. Oktober begonnen hat, an die RUB gekommen. Zusammen mit acht weiteren Teilnehmern werden sie in den nächsten sechs Semestern verschiedene Themen der Neurowissenschaften erforschen und dann das Promotionsstudium mit dem Erhalt des PhD (angelsächsischer Doktortitel) beenden. Die Gruppe ist international: Die Teilnehmer kommen aus Frankreich, der Schweiz, der Slowakei, Indien, Kolumbien und Deutschland. Sie besitzen Diplom- oder Master-Abschlüsse in Psychologie, Biologie oder Medizin. Einige hatten noch Probleme, gültige Visa zu erhalten, doch seit dem 1. November ist die Gruppe komplett. An der RUB wurden die Stipendiaten und Stipendiatinnen auf die vier beteiligten Fakultäten (Biologie, Psychologie, Medizin, Chemie/Biochemie) und das Institut für Neuroinformatik aufgeteilt. Hier - und auf Wunsch auch in anderen, sachverwandten Bereichen - können die Doktoranden und Doktorandinnen den Labormitarbeitern erst mal über die Schulter sehen, bevor sie sich entscheiden, wo sie ihre Promotionsarbeit durchführen möchten. Ercan hat schon eine genaue Vorstellung davon, womit er sich beschäftigen möchte: Weil er mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes schon Erfahrung im Bereich der Kommunikationsakustik an der RUB gesammelt hat, möchte er auch weiterhin die Verarbeitung der akustischen Umgebung durch Versuchspersonen an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik untersuchen. Evelina weiß noch nicht so genau, wie ihr Promotionsstudium verlaufen wird. Sie lässt sich von ihrer Neugier treiben, aber: "Das Methodische der Mathematik liebe ich ja schon. Vielleicht ist die Neuroinformatik was für mich." Daniel hat sein Psychologie-Studium in Trier begonnen, ist dann aber wegen der guten Bedingungen im Bereich der Bio- und Neuropsychologie an die RUB gekommen. Seine Diplomarbeit handelt von der Wahrnehmung biologischer Bewegung, daher gilt sein Interesse der Anwendung nicht-invasiver bildgebender Verfahren zur Untersuchung der Verarbeitung solcher Bewegungs-Reize. Als nicht so gelungen wurde die Abstimmung zwischen der Graduate School und der RUB empfunden: "Erst Ende September haben wir Bescheid bekommen, dass wir angenommen sind. Wer noch nicht in Bochum gewohnt hat, hatte somit genau zwei Wochen Zeit, um eine Wohnung zu finden und umzuziehen. Außerdem war die Einschreibefrist schon vorbei, so dass wir bis Ende Oktober warten mussten, um dies nachholen zu können - und so lange hatten wir auch kein Semesterticket und mussten unsere Fahrtkosten selber bezahlen." Wie die Teilnehmer auf die IGSN gestoßen sind, ist so unterschiedlich, wie ihre Studienfächer: Mal war es ein Freund, der am Graduiertenkolleg KOGNET teilgenommen hat, mal war das Internet Quelle der gewünschten Informationen, Britta hat über die Neurowissenschaftliche Gesellschaft von der Graduate School erfahren. Die unterschiedlichen Voraussetzungen, die die Teilnehmer der Graduate School mitbringen, sieht die Gruppe als Chance: "Die Graduate School lebt von dem unterschiedlichen Fachwissen der Mitglieder und erleichtert die Kommunikation zwischen den Fachbereichen", findet Evelina. Und Britta, die in Freiburg Biologie studiert hat, fügt hinzu: "Man lernt, über den Tellerrand zu sehen." Andrea Tendler |
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| 01.12.2001 |