RUB auf den "Azubi-Tagen"
   
  Impressionen eines Messeauftritts
 
  Nicht wenige träumen davon: Eines Tages wird sich die Ruhr-Uni auf Messen einem breiten Publikum vorstellen, wird potenzielle Kunden genau so selbstverständlich auf ihrem Stand empfangen wie Nokia nebenan oder Siemens gegenüber - in einem Ambiente, das mit dem großer Firmen locker mithalten kann.
Die Realität sieht anders aus. Auf den "Azubi-Tagen" in Essen stehen Firmen und Hochschulen dicht an dicht. Der Stand der FH Bochum ist etwas klein geraten, die Uni Essen hat mehr Platz - und daneben ist die RUB untergebracht. Das Areal, nicht deutlich vom eigentlichen Gang abgetrennt, dient vielen Besuchern als Schneise, um möglichst schnell von A nach B zu kommen. Auf den ersten Blick scheint die Formel für den Stand zu lauten: viel Verkehr, wenig Publikum.
"Eine Beratungsatmosphäre kann hier nicht aufkommen, der Durchgangsverkehr stört", sagt Michael Egeri vom Studienbüro. Dennoch kann er nicht über zu wenig Arbeit klagen. Mehr Schüler schauen in die zahlreichen Broschüren und suchen das Gespräch, als es zunächst den Anschein hat. Neben dem Studienbüro sind die Ingenieurwissenschaften auf der Messe vertreten: Sie leiden unter geringen Studierendenzahlen und wollen hier aktiv werben. "Der Kollege aus der Elektrotechnik hat auch viel zu tun", sagt Egeri.
Das hat er, doch die meisten Schüler sind an anderen Fächern interessiert. "Es gibt vereinzelt Anfragen zum neuen Studiengang Sicherheit in der Informationstechnik", sagt Florian Schulz. "Viele fragen aber nach Biologie, Geisteswissenschaften und erstaunlicherweise Bauingenieurwesen." Er wirbt mit den "optimalen Studienbedingungen" an seiner Fakultät und der guten Betreuung, doch ehe er sich versieht, kommt wieder eine Schülerin, die nach Medienwissenschaften und BWL fragt. "Vielleicht ist der Stand zu allgemein, um bestimmte Fächer hervorzuheben", resümiert Schulz. Die Präsentation auf der "denk 2001" im Mai sei besser gewesen. "Da konnte die RUB mit konkreten Projekten das Publikum gezielt ansprechen."
Es ist kein leichtes Messeleben, das weiß auch Jörg Albrecht, Studienberater der Elektro- und Informationstechnik. Dennoch müsse man Aktivitäten in diesem Bereich verstärken, sagt er und bringt das Manko deutlich auf den Punkt: "Die RUB braucht einen professionellen Messestand, um sich angemessen zu präsentieren." Auf Schülerinnen und Schüler zuzugehen, darin liege die Zukunft der Fächer - nicht nur der ingenieurwissenschaftlichen. jw
   
   
   
  Ihre Meinung ist gefragt! Schreiben Sie uns einen Leser(innen)brief!
zurückblättern zur Themenübersicht weiterblättern

01.12.2001