Krisenprävention
   
  Universitätsnetzwerk
 
  Neben dem sich rasch ausbreitenden AIDS/HIV-Virus stellen die zahlreichen militärische Konflikte das größte Hindernis in den Bestrebungen afrikanischer Regierungen nach einer nachhaltigen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung dar. Inzwischen hat sich die Hoffnung als trügerisch erwiesen, das Ende des Ost-West-Konflikts würde im Sinne einer Friedensdividende zu einem Rückgang des Gewaltaustrags auf dem Kontinent führen. Zu groß ist das Konfliktpotential, das aus sozioökonomischer Ungleichheit, ökologischen Fehlentwicklungen oder politischer Benachteiligung einzelner Bevölkerungsgruppen resultiert. Die Politik hat inzwischen eine effektive Konfliktbearbeitung und frühzeitige Prävention von Krisen als zentrale Aufgabe erkannt. Im Sinne des von der Entwicklungspolitik zurecht bemühten Grundsatzes des "Ownership" muss eine frühzeitige Erkennung und Prävention von Krisen freilich vor allem von den afrikanischen Bevölkerungen und ihren Entscheidungsträgern als Aufgabe und Herausforderung begriffen werden.
Vor diesem Hintergrund wurde in diesem Jahr auf Initiative des Instituts für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik (IEE) der RUB mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ, Durchführungsorganisation der deutschen bilateralen Entwicklungszusammenarbeit) ein Netzwerk afrikanischer Universitäten gegründet, mit dessen Hilfe das Thema der Krisenprävention und Konfliktbearbeitung in der akademischen Ausbildung verankert werden soll. An dem Netzwerk, das bei einem Workshop in Nairobi (Kenia) gegründet wurde, sind Universitäten aus Botswana, Kenia, Malawi, Mosambik, Namibia, Ruanda, Sudan, Südafrika, Tansania und Zimbabwe beteiligt. Dem interdisziplinären Ansatz des IEE entsprechend und dem aktuellen Trend zur Modularisierung von Studienangeboten folgend, geht es dabei weniger um den Aufbau eines neuen Studiengangs, sondern um die gemeinsame Entwicklung von Modulen, die in bestehende oder entstehende Master-Studiengänge unterschiedlicher Fachrichtungen (Public Administration, Development Studies, Völkerrecht, Entwicklungsökonomie, Ressourcenmanagement u.a.) integriert werden können. Neben der Lehre sollen auch begleitende Forschungsaktivitäten und Dozentenmobilität gefördert werden. Parallel dazu soll im Rahmen von außeruniversitären Fortbildungsangeboten die Zusammenarbeit mit Praktikern und der lokalen "Development Community" gesucht werden.
Das "University Network on Crisis Prevention and Conflict Management (UNetCPCM)" wird aus GTZ-Mitteln bis zum 31.12.2003 finanziert. Koordiniert wird es vom IEE, das bereits mit dem Master of Arts in Development Management (seit Oktober 2000) und durch die Gründung des "Bochum Program of Development in Kapstadt" im Rahmen des vom DAAD geförderten Exports deutscher Studienangebote (ab Frühjahr 2002) seine Expertise im Bereich von Internationalisierung und Hochschulkooperation bewiesen hat. Dr. Christof Hartmann
Weitere Infos zum Netzwerk: Mirka Dreger (IEE; -Tel. 22278), www.UNetCPCM.net
   
   
   
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01.12.2001