| Grenzenlose Kunst | |
| [no-budget-arts] | |
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| Durch Bochums Kunstszene weht
neuerdings ein frischer Wind. Die Gruppe [no-budget-arts] reißt die
Barrieren zwischen den Kunstrichtungen nieder und fegt den Handel hinfort
- die Kunst wird direkt vom Künstler ans Publikum vermittelt. Hinter
[no-budget-arts] steckt ein Dutzend junger Leute, viele von ihnen studieren
an der RUB. "Videoinstallationen und Schauspiel, Malerei und OP-Art, Chill-Out-Lounge und Party-Zonen verschwistern sich zu einem einzigartigen Raum-/Klangerlebnis. Auge und Ohr sind hin und her gerissen zwischen den unterschiedlichsten Eindrücken, die am Ende wie wundersam zum Gesamtbild zusammenrücken." So verzückt dichtete die WAZ am 9. Juli 2001 über den "Bundespresseball", der an zehn Tagen über 5.000 Besucher/innen ins ehemalige Bochumer Kaufhaus Brinkmann lockte. Den "Bundespresseball" inszenierte die Künstlergruppe [no-budget-arts], die bereits seit Juli 2000 mit außergewöhnlichen Kunstereignissen Aufmerksamkeit erregt, u.a. mit dem "Kaufhaus des Westens" (Dezember 2000). Stets vermischt die Gruppe dabei die Kunstsparten Literatur, Film, Musik, Theater, Foto und Video. "Natürlich stehen die Kunstrichtungen auch für die Mitglieder unserer Gruppe", erklärt Daniel Nipshagen, Geschäftsführer und Mitbegründer von [no-budget-arts]. Nipshagen schreibt Romane, Kurzgeschichten und Drehbücher und setzt letztere als Regisseur um; nebenher studiert er an der RUB Germanistik, Geschichte und Anglistik. Auch die anderen Gruppenmitglieder führen ein Doppelleben: hier Musiker, Fotograf, bildender Künstler, Autor, Schauspielerin, Lektorin, PR-Expertin - dort Studentin oder Student. Die Kunst jedoch steht bei allen im Mittelpunkt - und ihre alternative Vermittlung: [no-budget-arts] ist einerseits Künstlergruppe, andererseits auch Verlag, Label, Agentur und Veranstalter. Das heißt: Schreibt ein Mitglieder der Gruppe z. B. einen Roman, muss kein Verlag gesucht werden: [no-budget-arts] verlegt selbst und gewährleistet dadurch auch eine größere künstlerische Freiheit. Zudem ist das Buch (oder eine CD etc.) wesentlich preiswerter und erreicht ganz andere Käufergruppen. Innerhalb der Gruppe profitieren alle ganz direkt vom künstlerischen Können der jeweils anderen: so der Buchautor von der Lektorin, vom Fotografen und den PR-Expertinnen. Früchte dieser Bündelung von Talenten sind neben den beiden o. g. Veranstaltungen Bücher, CDs, Konzerte und ein Kurzfilm. "Das enge Miteinander der Kunstrichtungen bringt jeden von uns auch künstlerisch weiter - genau wie die tolle Resonanz auf unsere Veranstaltungen", erläutert Ben Redelings. Der Autor studiert Deutsch und Sozialwissenschaft an der RUB und fungiert als stellvertretender Geschäftsführer von [no-budget-arts]. "Die eckigen Klammern um den Namen dienen übrigens nur der Corporate Identity", versichert Redelings. "Der Name spricht ja ohnehin für sich", ergänzt Daniel Nipshagen: Kunst, hinter der kein Geld steckt. Dass sich die Kunst dennoch rechnet, hat laut Nipshagen folgende Ursache: "Geldmangel zwingt zu guter Arbeit." Ein Ende des Erfolgs der Kunstgruppe ist nicht abzusehen. Gerade erst wurde ein virtueller Literaturwettbewerb etabliert, der fortan halbjährlich stattfindet. Zudem laufen die Vorbereitungen fürs Projekt Santa Fu auf Hochtouren. Vier Autoren der Gruppe haben den Text "Besuchszeit" (einen Mix aus Kurzgeschichte und Dialog) verfasst, der im November per Lesung (mit Musik und weiterem Programm) erstmals vorgestellt wird. [no-budget-arts] und Santa Fu sind in diesem Semester auch ein Thema an der RUB. Der Germanist Dr. Ralph Köhnen beleuchtet beides intensiv im Proseminar "Kunstmeeting/Literaturkritik". Dort stellen sich die Autoren von "Besuchszeit" den Fragen der Kursteilnehmer/innen. ad Termin: Santa Fu, Montag, 5.11., Tanzflirtcafé "Herzblatt" , Herner Str. 95, ab 19 h; weitere Infos (auch zum o. g. Literaturwettbewerb) unter: www.no-budget-arts.de
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| 02.11.2001 |