| Fulltimejob Gleichstellung | |
| Bilanz nach zwei Jahren | |
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| Gar nicht so einfach ist es, bei Andrea Kaus einen Interviewtermin
zu bekommen - als Gleichstellungsbeauftragte der RUB ist sie ständig
unterwegs. "Stressig ist der Job, aber er macht auch viel Spaß",
zieht sie nach zweijähriger Amtszeit Bilanz. Am 8. November wird der
Senat die nächste Gleichstellungsbeauftragte und ihre Stellvertreterinnen
für zwei Jahre bestellen. "Wer sich für diesen Posten bewirbt, muss an drei Orten gleichzeitig sein und zehn Dinge parallel machen können, Bescheid wissen in eigentlich allem - von Kinderbetreuung über Stellenbesetzung bis Finanzen und Baumaßnahmen - und dabei natürlich Schwerpunkte setzen können", fasst Andrea Kaus die Anforderungen an ihre mögliche Nachfolgerin zusammen. Ihren eigenen Fokus setzte sie auf die Belange der Mitarbeiterinnen in Technik und Verwaltung, auf Personalentwicklungsmaßnahmen, die Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und den Kampf gegen Entgeltdiskriminierung. Auf die Ergebnisse der Arbeit des Teams blickt sie größtenteils zufrieden zurück: Es ist gelungen, sichtbar zu sein und sich überall einzuklinken, dabei aber keinen Konfrontationskurs zu fahren. "Wir sind zwar beharrlich gewesen, aber immer im Gespräch geblieben, z. B. mit dem Rektorat und dem Personalrat der RUB. Es gab immer einen konstruktiv-kritischen Dialog", resümiert sie und ist stolz, dass sich die Hochschulleitung auch mit den Zielen der Gleichstellung identifiziert. Die Gleichstellungsbeauftragten vernetzten sich bei ihren Vorhaben gerne mit vorhandenen Angeboten der Uni wie z.B. KoBra und zeigten so, dass Chancengleichheit ein Thema ist, das alle Bereiche der Hochschule durchzieht. Für die Zukunft wünschen sie sich v.a. die Betreuungsmöglichkeit für Kinder von Beschäftigen, die noch in den Kinderschuhen steckt. Gerade für Nachwuchswissenschaftlerinnen bedeutet eine fehlende Kinderbetreuung nicht selten das Ende ihrer Karriere. Kandidatinnen für das Amt der Gleichstellungsbeauftragten zu finden, ist schwierig. "Das ist verständlich, denn die Entscheidung für das Amt ist grundlegend. Neben der Ausübung des Amtes ist es nicht leicht, den Anschluss zum eigenen Arbeitsplatz zu halten, und ohne eine angemesse Freistellung ist die Arbeit nicht zu schaffen", so Kaus. "Auf der anderen Seite lernt man sehr viel, erweitert seinen Horizont, kann politische Anliegen vertreten, Ideen umsetzen, in einem kreativen Team arbeiten - man kann etwas verändern. Der richtige Job für eine, die die Vielfalt schätzt." Die beste Werbung für den Posten ist sicherlich ihre eigene erneute Kandidatur - und sogar der Wunsch nach einer längeren Amtszeit. "Längerfristig benötigen wir doch ein anderes Modell für diese Aufgabe, weil die Amtszeit so kurz und die Aufgaben so viel/-fältige sind." md |
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| 02.11.2001 |