| Pharos weist den Weg | |
| Neuer Leuchtturm an der RUB | |
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| Der antike Leuchtturm im Hafen von Alexandria hieß Pharos.
Er ist der älteste bekannte Leuchtturm am Mittelmeer, stammt aus dem
frühen dritten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung und zählt
zu den sieben Weltwundern. "Im Altertum waren Leuchttürme einfache,
mit offenem Feuer versehene Bauwerke. Moderne Leuchtfeuer werden elektrisch
gespeist", schreibt die Encarta. Ein solch modernes Feuer, elektrisch
gespeist, leuchtet seit dem 1. Oktober auch an der RUB: Pharos.
Es bietet Studierenden der Altertumswissenschaften, insbesondere der Klassischen
Archäologie, Orientierung und Hilfe im Grundstudium. Das
Leuchtturmprojekt ist eine Zusammenarbeit der Unis Köln, Dortmund und
Bochum unter Federführung des Bochumer Instituts für Archäologie.
Das NRW-Wissenschaftsministerium fördert das Projekt zwei Jahre lang
mit 650.000 Mark. Archäologen, Geschichtswissenschaftler und Philologen aus Bochum kooperieren mit ihren Kollegen in Köln sowie mit dem Lehrstuhl für Softwaretechnologie der Uni Dortmund. Sie entwickeln Arbeitsmaterialien, die in digitaler Form und netzbasiert bereitgestellt werden. Insgesamt wollen sie Material für vier grundlegende Lehrveranstaltungen konzipieren. "Die traditionellen Formen der Lehrveranstaltungen - Vorlesungen und herkömmliche Seminare mit Referaten der Studierenden - entsprechen nicht den Bedürfnissen der neuen gestuften Studiengänge", sagt Prof. Johannes Bergemann (RUB). Altes mit Neuem kombinieren die Kooperationspartner: Zusammen mit dem Rheinischen Landesmuseum in Bonn werden sie ein Modul entwickeln, in dem Studierende lernen, eine Ausstellung zu planen und zu realisieren. Sie sollen so in die Lage versetzt werden, Laien altertumswissenschaftliche Inhalte zu vermitteln. Pharos wird die Bezüge zwischen den drei altertumswissenschaftlichen Fächern Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Klassische Philologie herausarbeiten und in den jeweiligen Studienfächern konsequent auf die Inhalte der Nachbarfächer Bezug nehmen. "Denn erst diese Bezüge vermitteln den Studierenden eine umfassende Kulturgeschichte", so Bergemann. "Pharos weist den Weg zu diesen Kontexten." Weitere Universitäten, z. B. Leipzig, haben bereits ihr Interesse bekundet, die Arbeitsmaterialien ebenfalls in der Lehre einzusetzen. jw |
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| 02.11.2001 |