| Auf ins ferne Peking | |
| Die RUB auf der Universiade 2001 | |
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Am Tag unserer Anreise nach Peking, genau eine Woche vor Eröffnung der Universiade, war der Hauptreisetag für das deutsche Team des ADH (Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband). In Peking angekommen, wurden wir von Mitgliedern des Organisationskomitees erwartet und in Bussen von Polizeieskorten geleitet und in freier Fahrt in die Unterkünfte gebracht. Alle Sportler und Betreuer wohnten im eigens für die Universiade erbauten Athletendorf. Bei dieser genauso wie bei den meisten anderen Fahrten zu den Wettkämpfen und der Eröffnungs- bzw. Abschlussfeier kam man sich vor wie eine hochrangiger Persönlichkeit, die das ganze Interesse der Öffentlichkeit genießt. Während in Deutschland leider kaum jemand etwas von der Universiade weiß bzw. sich dafür interessiert, war das Interesse der breiten chinesischen Bevölkerung immens für dieses Großereignis in ihrer Hauptstadt. Überall in Peking hingen Plakate und Fähnchen mit dem Universiade-Logo, jede(!) Laterne in den Hauptstraßen der Stadt war links und rechts mit einem großen Banner geschmückt. Es gab Quiz-Sendungen im chinesischen Fernsehen zu der Veranstaltung und deren Sportarten, und wenn man als Sportler der Universiade von den Einheimischen erkannt wurde, so wurde sofort um ein gemeinsames Foto gebeten! Es war wirklich ein irres Gefühl, als Sportler dabei zu sein und eine solch große Aufmerksamkeit im Publikum zu genießen. Der herausragende Höhepunkt war allerdings die Eröffnungsfeier, bei der die Aktiven nach Länder gruppiert in das mit 72.000 jubelnden Zuschauern gefüllte "Workers-Stadium" in Peking einmarschiert sind. Dieses Gefühl, das einen in dem Moment überkommt, kann man gar nicht beschreiben. Es ist einfach nur einmalig und umwerfend! Mir wurde von vielen anderen Sportlern bestätigt, dass es von der Organisation und der Größe des Wettkampfes her durchaus mit den Olympischen Spielen zu vergleichen ist; daher auch die große Anzahl der hochkarätigen Sportler. Es waren ca. 7.000 Teilnehmer aus 160 Nationen in Chinas Hauptstadt, darunter auch viele Weltmeister und Olympiasieger. Peking hat sich auf dieses Ereignis sehr gut vorbereitet. Es ist eine lebendige attraktive Stadt, sie repräsentiert die tausendjährigen Kulturen ihrer vielen ethnischen Volksgruppen, und bietet unzählige Sehenswürdigkeiten. Ich war in vielerlei Hinsicht sehr beeindruckt. Nun einiges zu meinem Wettkampf, den ich dort absolviert habe: Ich bin, von meinem Trainer sehr gut vorbereitet, nach Peking gefahren, um meine bei den Deutschen Meisterschaften 2001 in Braunschweig aufgestellten Bestzeiten zu unterbieten, und um den deutschen Spitzenschwimmern einen entscheidenden Schritt näher zu kommen. Durch meine Leistungen über 200 Freistil (1:51,58; 9. Platz), der Bestätigung der Zeit in der 200 Freistil-Staffel als Startschwimmer (1:51,61; 7. Platz) und 100 Freistil (0:51,38) in der Staffel als Startschwimmer mit dem 10. Platz habe ich meine Ziele für den Wettkampf erreicht. Ärgerlich war, dass ich über 200 Freistil das Finale der besten 8 um 3 Hundertstel Sekunden verpasst habe. Meine Resultate bei dieser Universiade geben mir den nötigen Auftrieb, um in der nächsten Saison die gesetzten Ziele, unter anderem an der Europameisterschaft im kommenden Sommer in Berlin teilzunehmen, zu erreichen. Bevor ich die Reise nach Peking angetreten habe, stand ich vor einer schwierigen Entscheidung: Fahre ich zu dem Sportwettkampf nach Peking oder schreibe ich meine letzte Vordiploms-Klausur. Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft bietet lediglich einen Klausurtermin pro Semester an; und obwohl ich in Peking die Ruhr-Universität vertreten habe, gab es trotzdem leider keine Möglichkeit seitens der Fakultät, mir wegen der Prüfung entgegenzukommen. Nach diesen Erlebnissen in Peking bereue ich die Entscheidung allerdings nicht, und ich bin froh, bei diesem einzigartigen Ereignis dabei gewesen zu sein! Im kommenden Semester werde ich nun versuchen, das Studium ohne Zeitverlust fortzuführen, und die Klausur nachzuholen, während ich mich mit meinen Kommilitonen weiter im Lernstoff voran bewege. Die nächste Universiade findet erst wieder in 2 Jahren in Korea statt, wo ich hoffentlich nicht wieder vor dem gleichen Problem stehen werde. Jens Kuhlmann (der Autor war einer von drei Teilnehmer/innen der RUB an der diesjährigen Universiade) |
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| 01.10.2001 |