Zusammenarbeit verweigert
   
  Editorial zum AStA
 
 
Unter die Gürtellinie zielte der AStA mit seiner publizistischen Kampagne gegen die Einschreibungen in den neuen Bachelor-Studiengängen. Weil die politische Vertretung der Studierenden - übrigens als einzige Fraktion - im Sommersemester im Senat die Reform nicht stoppen konnte, versuchte sie nun mit diffamierenden Äußerungen und gezielter Desinformation (Pressemitteilung vom 27.08."AStA befürchtet Chaos bei Einschreibungen") und mit der BSZ vom 5.09.2001, "Hintertür beim Bachelor") die Neueinschreiber bei ihrer Studienwahl zu verunsichern.
Doch das vom AStA "befürchtete Chaos" hatte noch nicht einmal die geringste Chance zu entstehen. Die RUB hatte gut vorgesorgt, durch die enge Abstimmung der Reform mit dem NRW-Wissenschaftsministerium, durch klare Informationen im Netz und nicht zuletzt durch die verstärkte Präsenz von Studienberatern bei der Einschreibung. Diese waren für die Aufgabe in mehreren Sitzungen vorbereitet worden. Noch am Freitag, unmittelbar vor Beginn der Einschreibungen, hatten die Studienberater und Studienfachberater übereinstimmend und klar verneint, dass es noch offene Fragen gäbe.
Und die Vorwürfe des AStA? Er beklagt, dass die Reform völlig überstürzt eingeführt worden sei. Na ja, immerhin erprobt die RUB seit 1993 gestufte Studiengänge und gilt bundesweit als Vorreiterin. Der AStA beklagt, dass es in den reformierten Studiengängen keine genehmigten Studien- und Prüfungsordnungen gäbe, was gegen das HRG verstoße. Dazu ist zu sagen, dass das Ministerium schon immer die Aufnahme des Studienbetriebs toleriert hat, wenn die Uni dem Antrag auf Genehmigung eines Studiengangs einen aussagekräftigen Entwurf einer Prüfungsordnung beifügt. Die RUB hat eine Rahmenprüfungsordnung vorgelegt, das Ministerium hat diese geprüft und akzeptiert. Der AStA beklagt, dass bei Beginn der Einschreibung kein Genehmigungserlass für alle Fächer vorgelegen habe. Das ist unproblematisch und war bekannt: Ein hier namentlich bekannter Vertreter der Studierenden hatte sich über diese Frage sowohl im Dezernat 1 als auch beim zuständigen Referenten im Ministerium erkundigt und jene Auskunft erhalten. Schließlich beklagt der AStA, dass einige Fachkombinationen noch nicht oder nicht mehr möglich sind. Selbstverständlich nicht! Die RUB trägt Verantwortung für gegenwärtige und zukünftige Studierende in NC-Fächern. Wenn die RUB durch neue Studiengänge diese Fächer geöffnet hätte, wären sie voll gelaufen und die Studienbedingungen außer Rand und Band geraten. Das wäre verantwortungslos gewesen.
Summa summarum: Anstatt sich, wie es in demokratischen Organisationen üblich ist, nach verlorener Abstimmung auf zukünftige Aufgaben zu konzentrieren, bringt der AStA Argumente, die durch ihre Wiederholung nicht besser werden, und verweigert die Mitgestaltung der neuen Studiengänge. Es ist zwar bedauerlich, aber eben kein Wunder, dass ihm die Wähler weiter weglaufen. Ob er noch weiß, wen er überhaupt vertritt, wenn ihm mehr als 94 Prozent der Studierenden die Stimme versagen? jk
   
   
   
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01.10.2001