Kommunikationsforum
   
  Neu an der UB: Öffentlichkeitsarbeit
 
 

Welches Image hat unsere UB? Wie könnte die UB aussehen, wenn man ihre Möglichkeiten richtig ausnutzt? Und wie lässt sich das in Zeiten knapper Mittel verwirklichen? Seit September 2000 beschäftigt sich Uta Müller als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der UB jeden Tag mit diesen und anderen Themen. Weitere Fragen zum neuen Job hat ihr Tanja Schepers gestellt.

RUBENS: Wie sind Sie in die Unibibliothek Bochum gekommen?
Müller: Ich habe in Düsseldorf BWL studiert und dort nach meinem Examen am Lehrstuhl für Marketing Projekte im Kulturmanagement betreut. Ein Projekt in der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf hat mir sehr gut gefallen. Durch meinen Marketing-Hintergrund habe ich das Potenzial erkannt, das in Bibliotheken vorhanden ist. Deshalb habe ich das Referendariat für den höheren Bibliotheksdienst angeschlossen und arbeite seither an der Schnittstelle zwischen Betriebswirtschaft und Bibliothekswesen.

RUBENS: Welche Aufgaben haben Sie in der UB?
Müller: Neben dem Fachreferat - ich habe verschiedene Fächer hinsichtlich der Literaturauswahl zu betreuen - leite ich die allgemeine Verwaltung. In diesem Rahmen betreue ich Marketing und Controlling und die Öffentlichkeitsarbeit.

RUBENS: Die UB leidet unter Geldmangel. Wieso gibt es dann eine eigene Stelle für PR, obwohl die Uni die Pressestelle hat? Könnte man von dem Geld nicht besser Bücher kaufen?
Müller: Die Pressestelle der Uni ist eine übergeordnete Stelle, mit der wir eng zusammen arbeiten. Aus Kapazitätsgründen und wegen der großen inhaltlichen Distanz zu den einrichtungsspezifischen Fragen bin ich aber der Meinung, dass jede Einrichtung sich auch selbst um die eigene PR kümmern sollte. Außerdem umfasst meine Stelle über die PR hinaus noch wichtige andere Tätigkeitsfelder (z. B. Marketing und Controlling), die nicht entfallen, auch wenn die UB keine eigene PR betreiben würde.

RUBENS: Wie betreiben Sie PR für die UB?
Müller: Ziel ist es, die Leistungen der UB hochschulweit, in der Stadt und in der Region bekannt zu machen. Dazu nutzen wir Pressearbeit, unsere Internetpräsenz, Veranstaltungen für die Bibliothek, aber auch Veranstaltungen anderer Einrichtungen in der Bibliothek. Wir verstärken gerade den Kontakt zu den Fakultäten, so dass wir während der Erstsemestereinführung oder bei Lehrveranstaltungen fachbezogen über die Bibliotheksnutzung berichten können. Gerade die Studierenden sollen die UB so früh wie möglich nutzen können!

RUBENS: Welches Image hat die Bochumer UB Ihrer Meinung nach?
Müller: Unsere Kundenbefragung hat ergeben, dass die UB noch sehr traditionell als "Büchersammelort" gesehen wird. Ich hoffe aber, dass die Benutzer erkennen, dass hier durch Internetrecherche, elektronische Zeitschriften und Datenbanken mehr Informationsmöglichkeiten offen stehen. Mein Wunsch ist, dass die UB als Dienstleistungspartnerin gesehen wird, besonders, dass wir Wünsche und Bedürfnisse der Kunden berücksichtigen. Gerade im Zuge der Mittelknappheit sollten wir im Dialog herausfinden, was genau benötigt wird und das auch beschaffen.

RUBENS: Dennoch sind die PCs immer besetzt, die UFO-Terminals häufig kaputt, und man kann nicht von jedem Computer aus drucken. Kurz: Es bleibt noch einiges zu tun.
Müller: Ja, das stimmt. Ich bin auch für Kritik von Benutzern aufgeschlossen. Solche Rückmeldungen helfen uns, Dinge zu verbessern. Natürlich können wir nicht immer sofort etwas ändern. Aber die Möglichkeiten, am PC zu arbeiten, bauen wir ständig aus. Die UFOs werden in Zukunft hoffentlich auch nicht mehr so störanfällig sein.

RUBENS: Was möchten Sie in Bochum unbedingt verändern?
Müller: Es gibt in einigen Bibliotheken spezielle Multimedia-Räume. Bei uns ist das noch ein Platzproblem. Wir hoffen aber, dass sich diese Situation in Zukunft verbessert und überlegen, einige Räumlichkeiten umzugestalten.

RUBENS: Was hat Sie bisher am meisten geärgert?
Müller: In einigen Fällen sind einem durch den rechtlichen Rahmen die Hände gebunden. Man sieht Schwachstellen, die von Benutzern moniert werden, stimmt der Kritik voll zu, kann aber nichts daran ändern. Das wurmt einen schon.

RUBENS: Und was ist das Schönste an Ihrem Job?
Müller: Die Vielfältigkeit. In meinem Tätigkeitsbereich hat man mit vielen Menschen Kontakt, es gibt eine Menge Kooperationsmöglichkeiten - das macht sehr viel Spaß!

RUBENS: Was ist Ihr langfristiges Ziel?
Müller: Ich wünsche mir, dass die Bibliothek ein Kommunikationszentrum für den Campus wird, mehr als nur ein Recherche- oder Leseort. Ich könnte mir Ausstellungen vorstellen, die Instituten Raum geben, sich vorzustellen. Studenten und Wissenschaftler sollen in die UB kommen und dabei auch etwas über ihre Nachbarfakultäten erfahren. Die UB soll ein Forum sein, um sich in diesem riesigen System Uni besser kennenzulernen.

  Mehr über die Unibibliothek im Netz.
   
   
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01.07.2001