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Die RUB steigt in diesem Jahr aktiv in das internationale
Hochschulmarketing ein: Im Rahmen der neuen Initiative "GATE Germany"
des DAAD und der HRK stellten Vertreter/innen der Fakultäten und des
Dezernats 2 die RUB in verschiedenen Ländern vor. Das aus Bundesmitteln
unterstützte GATE (Guide to Academic Training and Education)-Konsortium
bietet seinen Mitgliedshochschulen finanzielle und organisatorische Unterstützung
bei der Teilnahme an wichtigen internationalen Bildungsmessen. Zusätzlich
werden eigene GATE-Veranstaltungen in Form von kleineren Messepräsentationen
oder Promotion-Tours organisiert. Die Goethe-Institute, die deutschen Auslandsvertretungen
und die DAAD-Lektorate unterstützen die GATE-Mitarbeiter/innen als
Auslandsplattformen bei der Organisation und Durchführung.
Das Ziel der in GATE aktiven bisher rund 70 deutschen Unis und Fachhochschulen
ist klar: Der internationale Wettbewerb um kluge Köpfe nimmt zu. Weltweit
gibt es annähernd zwei Mio. mobile Studierende, Graduierte und Nachwuchswissenschaftler/innen,
von denen die besten die zukünftigen Eliten ihrer Heimatländer
bilden. Die wissenschaftliche und kulturelle Bereicherung durch hochqualifizierte
internationale Studierende, Wissenschaftler/innen und Hochschullehrer/innen
ist für die deutschen Unis in Zeiten der Internationalisierung noch
wichtiger geworden. Vor allem die englischsprachigen Länder, aber neuerdings
auch Länder wie Frankreich, die Niederlande und die Staaten Skandinaviens
umwerben qualifizierte Studierende und Wissenschaftler mit speziellen Studien-
und Forschungsangeboten, gastfreundlichen Rahmenbedingungen und einem professionellen
Marketing.
Der folgende Text gibt einen Überblick der internationalen Messeaktivitäten
der RUB im ersten Halbjahr 2001. Zu jeder Messe existiert ein vollständiger
Bericht; um ihn lesen, genügt jeweils ein Klick; Infos über GATE
Germany: www.gate-germany.de.
Die RUB in Griechenland
In Griechenland machte die RUB zweimal Station. In Thessaloniki wurde
der Stand am ersten Tag von Schüler/innen der Deutschen Schule Thessaloniki
belagert, die für die Messe unterrichtsfrei hatten. Doch auch viele
Studierende besuchten an beiden Tagen die Messe. Ihr Interesse galt vorrangig
den Aufbau- und weiterführenden Studiengängen der RUB. Der Zuspruch
der Besucher/innen war so enorm, dass das mitgebrachte Infomaterial bei
weitem nicht ausreichte. Deshalb wurde später
von Bochum aus zusätzliches Material verschickt, besonders zu Wirtschafts-,
Natur-, Ingenieur- und Rechtswissenschaften sowie zum Studiengang ECUE.
Veranstaltungsort der zweiten Messe war das Athener Goethe-Institut. Auch
hier war das Infomaterial schnell vergriffen. Die Besucher/innen interessierten
sich ebenfalls für Aufbau- und weiterführende Studiengänge.
Außerdem informierten die Vertreter/innen der RUB und ehemalige
Studierende konkret über viele Fragen zum Leben und Studieren in
Deutschland, Zulassungsbedingungen, Wohnungssuche etc.
Die RUB in Thailand
Zwölf deutsche Hochschulen stellten im Goethe-Institut in Bangkok
ihre Angebote. Die RUB bot vor allem Infos über die internationalen
Masterprogramme sowie die Ingenieur- und Naturwissenschaften an. An zwei
Tagen zählten die Messehelferinnen rund 1.500 Besucher/innen; zum
größten Teil Studierende in Bachelorprogrammen an thailändischen
Unis, die gezielt nach englischsprachigen Masterprogrammen fragten. Einige
kamen mit ihren Eltern, manchmal kamen die Eltern allein, um erste Erkundigungen
selbst einzuziehen, bevor am zweiten Tag der Nachwuchs auftauchte. Die
Vorstellungen waren angloamerikanisch bzw. australisch geprägt. Ein
Jahr Studienkolleg bzw. langwieriges Deutschlernen kommt für die
meisten nicht in Frage - aber für eine rasche Bewerbung den Samstagabend
zu opfern, das war dann doch kein Problem. Die Vertreter/innen
der RUB jedenfalls erhielten am zweiten Messetag eine makellos ausgefüllte
Bewerbung fürs Masterprogramm "Computational Engineering"
- zusammen mit einem Strauß Plastikrosen.
Die RUB in Vietnam
Vietnam gilt das besondere Interesse der RUB. An den Messestationen Hanoi
und Ho Chi Minh-Stadt sind bereits Hochschulkontakte vorhanden. Für
Hanoi plant Prof. Klaus Wiesemann aktuell ein Sandwich-Programm in Plasmaphysik;
Kontakte zu Institutionen in Ho Chi Minh-Stadt gibt es im Bereich Ökologie
im Bauingenieurwesen (Prof. Harro Stolpe).
In Hanoi war das Echo überwältigend. Darauf war keiner vorbereitet.
Zusätzliches Material musste eilig kopiert werden, und der Zugang
in den Ausstellungsraum wurde eingeschränkt, so dass immer nur 50
Personen auf einmal Einlass erhielten. Die RUB führte z. T. allgemeinste
Studienberatung durch, aber es kamen auch viele Besucher/innen, die selbst
in Deutschland studiert hatten und nun auch ihren Kindern ein Studium
dort ermöglichen wollten. Von Interesse waren
alle Fächer. Auch die Bereitschaft, Deutsch zu lernen und das eine
Jahr Studienkolleg in Kauf zunehmen, war bei vielen Vietnamesen vorhanden.
Allerdings existieren zu wenig Angebote zum Spracherwerb. Sprachkurse,
wie sie zurzeit unter dem Dach der Akademie der RUB mit chinesischen Studienbewerber/innen
erprobt werden, würden diesen Bedarf decken.
Die RUB in Chile
Die chilenischen Studierenden interessierten sich vorrangig für
die Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften der RUB. Sechs Personen führten
konkrete Gespräche mit Prof. Wolfgang Leiner über Diplom bzw.
Promotion im Maschinenbau. Oft ging es zudem um Fragen zu Bewerbung, Sprachkenntnissen,
Unterbringung oder Lebenshaltungskosten in Deutschland.
Zusätzlich zur dreitägigen Messe in Santiago organisierte der
DAAD Besuche bei chilenischen Unis. Prof. Leiner und Dr. Marcus Petermann
besuchten außerdem einen ehemaligen Doktoranden der RUB, der jetzt
Leiter des Departamento de Ingeniería der renommierten Universidad
de Chile ist. Informelle Kontakte zu Prof. Valencia bestehen bereits seit
zehn Jahren. Jetzt wurde es konkret: Verabredet wurden ein gemeinsames
Forschungsprojekt sowie der Austausch von Studierenden und Dozent/innen;
geplant wird der Abschluss einer Fakultätspartnerschaft.
Gemeinsame Forschungsprojekte sowie Austausch bahnen sich ebenfalls mit
der Universidad Técnica Federico Santa María in Valparaíso
an. Die Gründungsprofessoren der Uni waren Deutsche, so dass dort
bis heute eine starke deutsche Tradition herrscht. Auch bei den drei anderen
besuchten Unis ist die Bereitschaft zur Kooperation mit der RUB groß.
Überhaupt wurde deutlich, dass englischsprachige
Studiengänge nicht das vorrangige Angebot für Chile sein können.
Man sollte stattdessen den Einfluss der deutschstämmigen Bevölkerung,
der in Deutschland ausgebildeten Professoren und das vorherrschende positive
Bild der deutschen Hochschulbildung nutzen.
Die RUB in Indonesien
Die zehnte internationale Bildungsmesse in Jakarta fand im hochmodernen
Convention Center statt. Den Organisatoren des German Pavillon (Deutsche
Botschaft und DAAD) war es gelungen, den Eingangsbereich und damit den
attraktivsten Standort zu reservieren. An vier Tagen
lockte die Messe etwa 200.000 Besucher/innen an: Studierende, Schüler/innen
und deren Eltern.
Jede Hochschule konnte ihr Bildungsangebot per Vortrag vorstellen. Prof.
Volker Staemmler präsentierte mit großem Enthusiasmus - beispielhaft
für die Fächervielfalt der RUB - seinen Bereich. Als "leibhaftiger"
Chemieprofessor aus Deutschland kam er bei den meist jugendlichen Zuhörern
besonders gut an und erhielt den meisten Applaus.
Neben Fragen zu Zulassungsbedingungen, Deutschkursen, Lebenshaltungskosten
etc. gab es viele gezielte Anfragen nach speziellen Studiengängen:
vorrangig zu Ingenieurwissenschaften, gefolgt von Naturwissenschaften,
Medizin und Geisteswissenschaften. Bei den Besucher/innen, die nach dem
Bachelor an einer indonesischen Uni nun den Master im Ausland erwerben
wollen, fanden die international orientierten Masterstudiengänge
der RUB, wie das "Juwel" Computational Engineering, das größte
Interesse. Ähnlich aufgebaute (interdisziplinär, englisch) Masterstudiengänge
würden die Attraktivität der RUB international ungemein steigern!
Zusätzlich zur Messe und selbst organisiert besuchte die Delegation
der RUB das Institut Teknologi Bandung (ITB), das oft als M.I.T. Südostasiens
bezeichnet wird. Die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik
der RUB unterhält hier wissenschaftliche Verbindungen auf Lehrstuhlebene.
Geplant sind nun verstärkte Kooperationen mit den Fakultäten
für Elektrotechnik und Informationstechnik, für Chemie und für
Maschinenbau. Die RUB plant zudem für November die Teilnahme an der
"Postgraduate Expo 2001" in Jakarta mit anschließenden
Besuchen an verschiedenen indonesischen Unis - das Motto lautet "Engineering
Sciences in Germany".
Die RUB in den USA
Die NAFSA ist die größte Fachmesse der USA oder sogar weltweit,
die die Internationalisierung von Hochschulen zum Thema hat. Zielgruppen
sind also nicht Studierende und Schüler/innen, sondern z.B. die Leiter/innen
der Büros für Internationale Beziehungen der Hochschulen und
sonstiger Forschungs- und Bildungseinrichtungen.
Die fast 6.000 Teilnehmer/innen der diesjährigen NAFSA kamen aus
70 Ländern der Erde nach Philadelphia. Die Messe bot eine Fülle
von Workshops, Infoveranstaltungen und Podiumsdiskussionen rund ums Thema
Internationalisierungsstrategien der Hochschulen bzw. internationaler
Studierendenaustausch. Sie bot zudem die Möglichkeit, das Angebot
an internationalen Studiengängen von Hochschulen aus aller Welt zu
vergleichen, Kontakte zu knüpfen und seine internationalen Partner
zu treffen.
Die RUB nahm außerdem an zwei Treffen von Netzwerken teil, in denen
sie aktiv mitwirkt: das MAUI-Netzwerk, ein Zusammenschluss von zwölf
nordamerikanischen Hochschulen mit dem Utrechter Netzwerk sowie das AEN-Netzwerk,
ein Zusammenschluss von fünf australischen Hochschulen mit dem Utrechter
Netzwerk. Es wurden neueste Entwicklungen an den jeweiligen Hochschulen
vorgestellt, neueste Zahlen zum Studierendenaustausch genannt sowie zahlreiche
neue Kontakte geknüpft. Fazit: Wenn die RUB
auf dem internationalen Parkett eine Rolle spielen möchte, sollte
sie auch im nächsten Jahr auf der NAFSA, San Antonio, wieder Flagge
zeigen.
Ruthild Schulte (Griechenland); Monika Sprung (Thailand, Vietnam);
Jutta Schmid (Chile); Petra Henseler (Indonesien, USA); ad
Übersicht der Messen
GRIECHENLAND
14./15. März, Deutsche Hochschulmesse in Thessaloniki; 17./18. März,
Deutsche Hochschulmesse im Goethe-Institut Athen; Vertreter/innen der
RUB: Dr. Wolfgang Budach (Dez. 2), Ruthild Schulte (Akademisches Auslandsamt),
Prof. Andreas Wieck (Dekan der Fakultät für Physik und Astronomie)
THAILAND und VIETNAM
31. März - 7. April, Promotion Tour "Study and Research in Germany"
des DAAD in Bangkok, Hanoi, Ho Chi Minh-Stadt/Saigon; Vertreter/innen
der RUB: Monika Sprung (Leiterin Akademisches Auslandsamt), Prof. Klaus
Wiesemann (Fakultät für Physik und Astronomie)
CHILE
18.-24. April, Promotion Veranstaltung "Nuevos Horizontes para ti
- Estudiar en Alemania" des DAAD in Santiago de Chile; Vertreter/innen
der RUB: Jutta Schmid (Stellv. Leiterin Akademisches Auslandsamt), Prof.
Wolfgang Leiner, Dr. Marcus Petermann (beide Fakultät für Maschinenbau)
INDONESIEN
3.-6. Mai, Messe The Education, Training & Technology Exhibition in
Jakarta; Vertreter/innen der RUB: Petra Henseler (Leiterin Dez. 2), Dr.
Wolfgang Budach (Dez. 2), Prof. Dr. Volker Staemmler (Fakultät für
Chemie)
USA
27. Mai - 1. Juni, NAFSA Jahrestagung in Philadelphia; Vertreter/innen
der RUB: Petra Henseler (Leiterin Dez. 2), Dr. Wolfgang Budach (Dez. 2)
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