Made in Bochum
   
  Studiengang als Exportartikel
 
  Als erste deutsche Hochschule exportiert die RUB einen Studiengang ins Ausland. Das vom Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik (IEE) angebotene Studium in "Development Management" (Entwicklungsmanagement) startet im Sommer 2002 an der University of the Western Cape im südafrikanischen Bellville. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert das Projekt zunächst bis Ende 2003 mit 1,4 Mio. DM.
Das Joint Venture bietet beiden Beteiligten Vorteile: Die RUB schärft ihr internationales Profils und nimmt nun in Deutschland eine Vorreiterrolle beim internationalen Transfer von Lehre und Forschung ein. Die handfesten Vorteile liegen allerdings beim südafrikanischen Partner. Er erhält direkt einen erheblichen Teil der Fördersumme (u.a. für Personal- und Materialkosten) und regelmäßig hoch qualifizierte Entwicklungsmanager/innen, die helfen werden, die wirtschaftliche Situation der Region weiter zu verbessern.
Hintergrund der Kooperation ist eine Initiative des DAAD, die kürzlich für neue internationale Vorhaben insgesamt 8,4 Mio. DM bereitstellte. Sämtliche deutschen Hochschulen waren eingeladen, Vorschläge einzureichen. Von über 200 gab der DAAD neun den Zuschlag. Das Bochumer Projekt - das einzige Geisteswissenschaftliche und einzige in Afrika - wird als Erstes umgesetzt. Hilfreich dabei sind Kontakte zum Partnerinstitut in Belville, der School of Government (SoG), die bereits vor der Ausschreibung des DAAD geknüpft wurden. Mitte Mai war der Leiter der SoG, Prof. Chris Tapscott, an der RUB und legte mit dem IEE die Details des Kooperationsvertrages fest. Weiter geht es im Oktober, wenn Bochumer Dozenten in Südafrika erste Module des Entwicklungsmanagement anbieten, die in dort bestehende Studiengänge passen. Parallel werden afrikanische Dozenten in Bochum und Bellville auf den Start des Studiums im Sommer 2002 vorbereitet.
Dann werden 30 junge Menschen aus dem südlichen Afrika drei Semester lang zum Entwicklungsmanager ausgebildet. Die Kurse werden von afrikanischen und Bochumer Dozenten auf Englisch gehalten. Nach dem ersten Semester kommen die Studierenden für ein Vierteljahr nach Deutschland. Zunächst nehmen sie an der RUB an einer Summer School teil, anschließend absolvieren sie Praktika bei in Deutschland ansässigen international tätigen Unternehmen oder Organisationen. Die im dritten Semester zu schreibenden Master-Arbeiten werden je von einem afrikanischen und einem Bochumer Dozenten betreut. Zur Belohnung winkt ein doppelter Master.
Den englischsprachigen Studiengang "Development Management" bietet das RUB-Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik seit letztem Herbst an. Die 21 aktuellen Studierenden aus aller Welt besuchen zurzeit Veranstaltungen der Ökonomie, Sozial- und Politik-, Rechts- sowie Geowissenschaften. Neben Dozent/innen der RUB lehren auch einschlägige Praktiker/innen. Diese Verknüpfung von theoretischen und praktischen Elementen ist neben der individuellen Betreuung ein wichtiges Kennzeichen des Studiengangs. Genau wie ihre künftigen Kommiliton/innen in Südafrika absolvierten die Studierenden am IEE ein Praktikum.
Übrigens: Das Projekt stellt für die RUB nur einen Zwischenschritt dar, es soll in die Gründung eines Zentrums mit Namen "Bochum School of Development Management" in Belville münden. ad
   
   
   
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01.06.2001