Vereinte Software
   
  IT-Ausbildungsanlage für Maschinenbauer
 
  Von Ingenieuren erwartet die Industrie heute nicht nur fachliches Wissen, sondern ebenso ganzheitliches Denken, kommunikative Fähigkeiten und weit reichende Informatikkenntnisse. Mit ihrem neuen Ingenieur-Informatik-Center reagiert die Fakultät für Maschinenbau auf das veränderte Profil ihrer Absolvent/innen. Eingeweiht wurde das Center (IAFO) Ende Januar. Seitdem kann es täglich zwölf Stunden lang genutzt werden. Die Ausbildungsanlage für Informationstechnik verschafft Studierenden Zugang zu sämtlichen für den Maschinenbau relevanten Softwaresystemen (CAD-Software, PDM-Software, FEM-Software, Berechnungssoftware). In vernetzten Projekten verbessern sie ihre Kooperationsfähigkeit, lernen interdisziplinäres Denken und erwerben multimediales Wissen. An 27 vernetzten Hochleistungsarbeitsplätzen (mit je 2 Prozessoren, 512 MB Arbeitsspeicher und 100 Mbit schneller Anbindung ans Internet) können Studierende genau das üben, was sie im Berufsalltag erwartet: virtuelle Produktentwicklung, digitale Simulation, Informations- und Wissensmanagement, globale Ingenieurprozesse im Internet. Hinzu kommt der Erwerb von Kommunikationsfähigkeit, Teamarbeit und sozialer Kompetenz - gefördert durch das Konzept der Anlage mit Lern- und Übungsinseln, Surf- und Kommunikationsinseln sowie dem Konferenz- und Präsentationsbereich. Die rund 200.000 DM teure Anlage wurde am Lehrstuhl für Maschinenbauinformatik entworfen und umgesetzt: vom technischen Aufbau bis hin zur architektonischen Gestaltung des Raumes. Eingebunden waren alle Lehrstuhlmitarbeiter vom Dozenten bis zur Praktikantin; unterstützt wurde der Lehrstuhl vom Rechenzentrum der RUB. ad
 

 

Weltweit einzigartig

Verantwortlich für die Ausbildungsanlage ist Prof. Dr.-Ing. Michael Abramovici (Maschinenbauinformatik). Mit ihm sprach Arne Dessaul.

Wer kam auf die Idee, das Center einzurichten und warum?
Die Idee entstand an unserem Lehrstuhl und der Fakultät. Sie resultiert aus der Tatsache, dass die Informatik im Maschinenbau dramatisch an Bedeutung gewonnen hat. Ohne CAD, ohne digitale Simulation läuft nichts mehr. In den meisten Maschinenbauprodukten sind die bis zu 50 Prozent Hardware- und Softwareanteile. Zudem finden Produktentwicklungsprozesse mittlerweile global statt und sind ohne IT- und Internet-Unterstützung nicht mehr denkbar. All dem trägt die Ausbildungsanlage Rechnung. Mit der Verknüpfung sämtlicher für den Maschinenbau relevanter Softwaresysteme ist sie in Deutschland und auch weltweit einzigartig.

Wie lange dauerte es von der Idee bis zur Einweihung, welche Hürden mussten genommen werden?
Die Ausbildungsanlage ist die Fortsetzung bestehender Informatik-Ausbildungsanlagen an unserer Fakultät. Ihre erste Generation, ein CAD-Labor, entstand Ende der achtziger Jahre, die zweite - mit 24 Unix-basierten Workstations - 1995. Initialzündung zur Entwicklung der jetzigen, dritten Generation war die Ausschreibung des Innovationsfonds seitens des Rektorats im Sommer 2000. Zur Hälfte wurde die Anlage aus diesem Topf finanziert, die andere Hälfte stammt von Sponsoren aus der Industrie. Hürden mussten nicht überwunden werden, zumal Konzeption und Umsetzung in Eigenleistung hier am Lehrstuhl und in Kooperation mit dem Rechenzentrum erfolgten. Die Mitarbeiter des Lehrstuhls haben auch den Raum, in dem die Anlage steht, selbst renoviert und gestaltet. In ihm befindet sich auch ein Museumsbereich, wo die genannten älteren IT-Generationen zu sehen sind.

Welchen Studierenden nützt die Ausbildungsanlage konkret?
Zunächst einmal steht sie allen Studierenden der Fakultät für Maschinenbau offen: für Forschung, für Übungen, Studien- oder Abschlussarbeiten. Im Rahmen von interdisziplinärer Forschung wird sie selbstverständlich auch von Studierenden anderer Fakultäten genutzt. Außerdem dient sie als Democenter für Schüler und zur Ausbildung von Praktikanten. Ein Großteil der hier betriebenen Forschung richtet sich im Übrigen direkt an die Wirtschaft.

   
   
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01.04.2001