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Liebe Mitglieder und Angehörige der Ruhr-Universität, am 20. Februar diesen Jahres präsentierte der 1999 von der Landesregierung
berufene Expertenrat seine Empfehlungen zur Neuordnung des Hochschulwesens
in Nordrhein-Westfalen. Einen Monat später, am 20. März, fanden die darauf
aufbauenden Verhandlungen zwischen Rektorat und Wissenschaftsministerium
statt. Hier die wichtigsten Ergebnisse: · Das Leitbild der Volluniversität wurde als plausibel und zukunftsfähig akzeptiert. Es muss sich jedoch am Anspruch messen lassen, dass Fächervielfalt interdisziplinäre Vernetzung in Forschung und Lehre fördert und nicht im Widerspruch zu sinnvoller regionaler Arbeitsteilung und Kooperation steht. · Von Seiten des Rektorates wurde noch einmal unterstrichen, dass die Theologien konstitutiver Teil der Volluniversität sind. Wir haben deshalb nachdrücklich gefordert, an den vorstehenden Gesprächen zwischen Staat und Kirchen beteiligt zu werden. · Die Ruhr-Universität erhält die Chance, sich um ein neues Modell von Lehrerausbildung auf der Grundlage gestuft-konsekutiver Studiengänge zu bewerben. Die bisherige "traditionelle" Ausbildungsform wird voraussichtlich zum Wintersemester 2002/2003 (wie auch in Bonn und Düsseldorf) eingestellt. Mehrjährige Übergangsfristen für jene Studierende, die bereits mit dem Studium begonnen haben, sind vorgesehen. Insgesamt ist das Ergebnis als tragfähig einzuschätzen, da keine andere Universität im Lande vergleichbar gute Voraussetzungen für ein neues Ausbildungsmodell aufweist. Anders gesagt: Unsere Vorarbeiten zur flächendeckenden Einführung gestufter Studiengänge dürften ein wesentliches Guthaben bei der für den Herbst zu erwartenden Entscheidung über den Lehrerausbildungsstandort Bochum darstellen. · Für den Gesamtbereich der so genannten "Kleinen" Fächer - von der Archäologie bis zu den Ostasienwissenschaften - wird es im Juni einen Abstimmungsprozess zwischen den großen Universitäten geben, der seitens des Ministeriums moderiert werden wird. Bis dahin werden wir innerhalb der Ruhr-Universität in Strukturgesprächen zwischen Rektorat und Fakultäten prüfen, was unverzichtbar ist. Wesentliche Kriterien werden dabei hinreichende fachliche Differenzierung und Verknüpfung mit anderen Fächern sein. · Für den Maschinenbau konnten überzeugend die Bochumer Fakultätsbeschlüsse zu einem Verbundmodell mit Dortmund vermittelt werden: Zwei Ausbildungsstandorte mit eigenem grundständigen Studium sowie Verknüpfung der Studienangebote im Hauptstudium. Die vom Expertenrat vorgeschlagene deutliche Verringerung der Ausbildungskapazitäten ist damit für fünf Jahre vom Tisch - eine Perspektive, die auch für andere Bereiche der Ingenieur- sowie der Naturwissenschaften attraktiv sein dürfte. · Als wichtiger Verhandlungserfolg bleibt schließlich zu verbuchen, dass die Verlagerung des Bereichs Technische Chemie nach Dortmund vermieden werden konnte, die Allgemeine Sprachwissenschaft entgegen den Empfehlungen nicht gefährdet ist und die Substanz der Publizistikwissenschaft - die als eigener Studiengang auslaufen wird - für den Neuaufbau eines fachlich breiter modellierten gestuften medienwissenschaftlichen Studiengangs genutzt werden kann. · Als vorläufiges Fazit bleibt festzuhalten: Die traditionellen Stärken der RUB als einer Volluniversität konnten in den Verhandlungen alles in allem überzeugen, nicht zuletzt die Forschungsstärke dank fächerübergreifender Verbünde sowie die gestuften Studiengänge im Bereich der Lehre. Wir sollten die Ergebnisse als Chance und Herausforderung begreifen, nicht als Anlass zu Selbstzufriedenheit. Nicht nur für mich ist es ein wichtiger Test für die Zukunftsfähigkeit der RUB, ob in wenigen Monaten zweierlei gelingt: einerseits ein glaubwürdiges eigenes Konzept von Lehrerausbildung zu konkretisieren, andererseits unsere Beschlüsse zur regionalen Kooperation im Bereich der Ingenieurwissenschaften umzusetzen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Start in das bevorstehende Sommersemester. Ihr Dietmar Petzina |
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| 01.04.2001 |