Vom wilden Osten in den kalten Westen
   
  Reiseroman rund um die Wende
 
 

Keine leichte Lektüre ist der Roman "Roberts Reise". Er erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der seine Heimat nicht finden kann. Geboren in Thüringen, führt Roberts Weg über die UdSSR zurück in die DDR und schließlich nach dem Mauerfall in die Schweiz und nach Italien. Der Reiz einer neuen Stadt verhilft dem jungen Mann immer wieder zu neuen Freundschaften und Bekanntschaften, meist auch zu einer neuen Liebe, die jedoch genau wie der Glanz der Stadt bald erlischt. In jeder neuen Freiheit findet er doch nur die Fremde.
Skeptisch führt Autor Schindhelm den Leser durch das Leben von Robert und damit auch durch sein Eigenes: das Chemiestudium in Woronesch, die Arbeit an der Ostberliner Akademie der Wissenschaften, Übersetzungen und schließlich die Arbeit am Theater - alles Stationen im Leben von Schindhelm, die auch Robert durchlebt. In Rückblicken erfährt der Leser, was in der Vergangenheit war und so fügt sich jedes einzelne Teil zu einem Ganzen - dem Leben - zusammen.
Die Suche nach einer Heimat wird für Robert die Suche nach der eigenen Identität und dem Sinn des Lebens. Seine Gefühlswelt ist ein einziges Chaos und so sind auch ihre Beschreibungen nicht immer leicht zu begreifen. Gerade dem Lesefluss verfallen, verstellen sie einem immer wieder den Weg zum Verstehen. Schindhelm zeigt mit seinem ersten Roman auf einfühlsame - aber oft auch komplizierte Art und Weise - nicht nur die Probleme eines einzelnen Menschen, vielmehr kann Robert stellvertretend für die Ängste und Hoffnungen einer ganzen Generation gesehen werden. "Roberts Reise" behandelt eine Thematik, mit der man sich auseinandersetzen sollte. Claudia Wessolly

Michael Schindhelm: "Roberts Reise", DVA, Stuttgart, 315 S., DM 39,90

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01.04.2001