Der Präsident zu Besuch
   
  Kartographie und Geodäsie
 
 

Am 31. Januar besuchte der Präsident des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie (BKG), Prof. Dr.-Ing. Dietmar Grünreich, das Geographische Institut der RUB. "Geographische Informationssysteme - Verfügbarkeit von Geoinformationen in Deutschland und Europa" lautete das Thema seines Vortrags, der von mehr als 160 Zuhörer/innen (Studierende und Praktiker/innen) verfolgt wurde.
Grünreich berichtete über aktuelle Entwicklungen bei der Erfassung, Aufbereitung und kartographischen Präsentation raumbezogener Daten ("Geoinformationen"). Es wird geschätzt, dass etwa 80 % aller Informationen einen räumlichen Bezug haben und damit "Geoinformationen" sind. Zu den Anwendungsbereichen gehören Raumplanung, Verkehrslenkung, Umwelt- und Naturschutz, Landesverteidigung, innere Sicherheit, Zivilschutz, Gesundheitsvorsorge, Land- und Forstwirtschaft, Versorgung und Entsorgung, Versicherungswesen sowie Bürgerbeteiligung an Verwaltungsentscheidungen. Um mit diesen immer stärker nachgefragten Informationen im Alltag problemlos hantieren zu können, sind zunächst zuverlässige Grundlagendaten über das genaue Aussehen unserer Erdoberfläche unabdingbar. Behörden, darunter das BKG, vermessen unser Land und stellen die gewonnenen Daten u. a. in topographischen Karten dar. Durch die Einführung Rechner gestützter Verfahren besteht die Möglichkeit, die Geobasisdaten in digitaler Form sehr genau und differenziert zu erfassen und in "Geoinformationssystemen" zu verwalten, aufzubereiten und kartographisch zu präsentieren.
Prof. Grünreich konnte u. a. anschaulich die aktuellen Entwicklungen im Zuständigkeitsbereich des BKG aufzeigen; zu ihnen zählen die Koordinierung und Vereinheitlichung des behördlichen Geoinformationswesens in Deutschland. Um den Fachleuten in den verschiedenen Anwendungsbereichen und der Bevölkerung einen besseren Überblick im Datendschungel der Geobasisinformationen zu ermöglichen, wird zurzeit ein Metainformationssystem aufgebaut; es wird darüber informieren, welcher Anbieter welche Art von Geoinformationen zur Verfügung stellen kann, wie alt und wie genau die Daten sind und welches Gebiet sie abdecken. Dazu hat die Bundesregierung 1998 den Interministeriellen Ausschuss für Geoinformationswesen mit seiner Geschäftsstelle beim BKG eingerichtet. Durch seine Arbeitsergebnisse verspricht man sich positive Auswirkungen auf Wissenschaft, Wirtschaft und ökonomisches Wachstum und damit auch auf den Arbeitsmarkt.
Die Veranstaltung, zu der das Geographische Institut der RUB und die Sektion Rhein-Ruhr der Deutschen Gesellschaft für Kartographie eingeladen hatten, zeigte durch den Zuhörerzuspruch, den Vortrag und die anschließende angeregte Diskussion sehr deutlich, welche Bedeutung dem Bereich Geoinformationswesen und Kartographie - insbesondere auch für die Zukunft - beizumessen ist.
Dr. Werner Herzog

Infos: Geographisches Institut, Kartographie, Tel. -23662, E-Mail: herzog@geographie.ruhr-uni-bochum.de.

Kartographie im Internet:
www.ifag.de
www.imagi.de
www.geodatenzentrum.de
www.eurogeographics.org

   
   
   
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01.04.2001