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Don Juan ist ein makelloser Verführer und Atheist. Sein Drang zum Ehebrechen
ist am Ende nur durch das Eingreifen der himmlischen Mächte zu stoppen.
Die egozentrische Ekstase lässt keine Fragen ans Gewissen zu. Die Selbstüberschätzung
und Selbstgefälligkeit ignoriert den herrschenden Moralkodex. "Leben nur
zum Genuss" lautet stattdessen das Motto.
Das Leben Molières - des Erfinders von Don Juan - war ein Rätsel, doch
einzigartig sind seine Weisheiten und eigenwilligen Komödien. Er bringt
das menschliche Dasein auf die Bühne - mit all seiner Lebendigkeit, den
Höhen und Tiefen. Seine Figuren erscheinen lächerlich und dumm, schwach,
egoistisch und lasterhaft. Don Juan, längst zum Mythos avanciert, bezeichnet
den skrupellosen Eroberer und Egoisten. Es ist nicht die Wollust, die
ihn antreibt, sondern der Widerstand seiner Opfer. Er versteht es, sich
stets geschickt aus der Affäre zu ziehen: "Der Liebe wahres Glück ruht
nur im Wechsel".
Don Juan entführt Donna Elvira aus dem Kloster, doch nachdem die Ehe geschlossen
ist, verlässt er sie. Von ihren Brüdern verfolgt, macht sich Don Juan
samt Diener Sganarelle aus dem Staub. In Sizilien verspricht er zwei Bauernmädchen
gleichzeitig die Ehe und verspottet deren Liebhaber. Seinem Vater Don
Luis verspricht er Besserung, doch geschieht dies nur aus purem Egoismus;
seine Gläubiger überrumpelt er mit Leichtigkeit. Sganarelles Versuche,
seinen Herren auf den rechten Weg zu bringen, scheitern, bis ...
Doch das wird erst in der Inszenierung der Studiobühne verraten. Gewöhnlich
wird der faszinierende Triumph und Niedergang des Don Juan von einem Mann
gespielt. In dieser Version aber schlüpfen fünf
Studentinnen in seine Rolle, führen das Unwiderstehliche und die Verfehlungen
als Frauen vor. Die Frauen in dem Stück werden von Männern
gespielt. Verdrehte (Geschlechter-)Welt, die den ungebremsten Macho und
die leichtgläubigen Frauen ad absurdum führt. Karin Freymeyer
Molière: "Don Juan - Eine Komödie mit 5 Frauen",
Studiobühne/Musisches Zentrum, 2.-4. Februar, je 2o h, Eintritt frei.
Ebenfalls auf dem Programm der Studiobühne steht das Stück "Legoland"
von Dirk Dobbrow: 9.-11. Februar, je 20 h, Eintritt ebenfalls frei
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