Don Juan mal 5
   
  Studiobühne im Musischen Zentrum
 
 

Don Juan ist ein makelloser Verführer und Atheist. Sein Drang zum Ehebrechen ist am Ende nur durch das Eingreifen der himmlischen Mächte zu stoppen. Die egozentrische Ekstase lässt keine Fragen ans Gewissen zu. Die Selbstüberschätzung und Selbstgefälligkeit ignoriert den herrschenden Moralkodex. "Leben nur zum Genuss" lautet stattdessen das Motto.
Das Leben Molières - des Erfinders von Don Juan - war ein Rätsel, doch einzigartig sind seine Weisheiten und eigenwilligen Komödien. Er bringt das menschliche Dasein auf die Bühne - mit all seiner Lebendigkeit, den Höhen und Tiefen. Seine Figuren erscheinen lächerlich und dumm, schwach, egoistisch und lasterhaft. Don Juan, längst zum Mythos avanciert, bezeichnet den skrupellosen Eroberer und Egoisten. Es ist nicht die Wollust, die ihn antreibt, sondern der Widerstand seiner Opfer. Er versteht es, sich stets geschickt aus der Affäre zu ziehen: "Der Liebe wahres Glück ruht nur im Wechsel".
Don Juan entführt Donna Elvira aus dem Kloster, doch nachdem die Ehe geschlossen ist, verlässt er sie. Von ihren Brüdern verfolgt, macht sich Don Juan samt Diener Sganarelle aus dem Staub. In Sizilien verspricht er zwei Bauernmädchen gleichzeitig die Ehe und verspottet deren Liebhaber. Seinem Vater Don Luis verspricht er Besserung, doch geschieht dies nur aus purem Egoismus; seine Gläubiger überrumpelt er mit Leichtigkeit. Sganarelles Versuche, seinen Herren auf den rechten Weg zu bringen, scheitern, bis ...
Doch das wird erst in der Inszenierung der Studiobühne verraten. Gewöhnlich wird der faszinierende Triumph und Niedergang des Don Juan von einem Mann gespielt. In dieser Version aber schlüpfen fünf Studentinnen in seine Rolle, führen das Unwiderstehliche und die Verfehlungen als Frauen vor. Die Frauen in dem Stück werden von Männern gespielt. Verdrehte (Geschlechter-)Welt, die den ungebremsten Macho und die leichtgläubigen Frauen ad absurdum führt. Karin Freymeyer

Molière: "Don Juan - Eine Komödie mit 5 Frauen", Studiobühne/Musisches Zentrum, 2.-4. Februar, je 2o h, Eintritt frei.
Ebenfalls auf dem Programm der Studiobühne steht das Stück "Legoland" von Dirk Dobbrow: 9.-11. Februar, je 20 h, Eintritt ebenfalls frei

   
   
   
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01.02.2001