| Trend gesetzt | |
| Birgit Skrotzki habilitiert sich in Maschinenbau | |
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| Als erste Frau in 30 Jahren Fakultätsgeschichte
hat Dr.-Ing. Birgit Skrotzki am 24. Januar am Lehrstuhl Werkstoffwissenschaften
ihre Habilitation abgeschlossen. Als Exot fühlt sie sich aber
nicht, auch wenn man ihr diesen Stempel manchmal aufdrückt: "Das Interesse
an Technik, Mathematik und Physik war bei mir immer schon da, auch in der
Schule. Als ich dann überlegte, was ich damit machen soll, bin ich eben
zum Maschinenbau gekommen, völlig normal," erzählt sie. Ihre Freundinnen
quittierten diese Entscheidung zum Teil zwar mit Kopfschütteln; dass Mädchen
naturgemäß mit technischen Fächern nichts anfangen können, glaubt sie trotzdem
nicht. Vielmehr scheint es ihr, als sei es unter Mädchen "in", sich mehr
für Sprachen und Schöngeistiges zu interessieren, weil die Jungs sich in
der Schule in den Naturwissenschaften in den Vordergrund drängen und die
Mädchen unterbuttern. Damit allerdings ist es an der Uni schnell vorbei. Knüppel hat ihr hier niemand zwischen die Beine geworfen, und sie fühlt sich gut akzeptiert. Anfangs hat es zwar auch unschöne Ereignisse in ihrem Studentinnenleben gegeben: "Wenn man in einen mit 400 Leuten besetzten Hörsaal kommt und alles pfeift, dann ist das natürlich unangenehm. Man lernt das aber schnell zu vermeiden ...". Seit sie jedoch selber Vorlesungen hält, hat sich so etwas auch niemand mehr herausgenommen. Nachdem sie nun ihre Habilitationsschrift über die Untersuchung von Leichtmetallen unter dem Einfluss hoher Temperaturen und Spannungen vollendet hat, weiß sie noch nicht, wohin es sie demnächst verschlagen wird. Da sie eine Professorinnenstelle ins Auge gefasst hat, kann sie vorerst nicht in Bochum bleiben, das erlauben die Richtlinien nicht. Als Weltenbummlerin hat sie aber schon Erfahrung, da sie nach ihrer Promotion zwei Jahre lang in Amerika gearbeitet hat. Dort herrschen übrigens ganz andere Verhältnisse: Das Geschlechterverhältnis im Maschinenbau ist ausgeglichener als hier. Über die Gründe kann man nur spekulieren, meint Skrotzki. Jedenfalls würde sie sich freuen, wenn sie ein Vorbild für andere Frauen sein und sie ermutigen könnte, ebenfalls eine Karriere in den Ingenieurwissenschaften zu beginnen. "Um die Scheu der Mädchen vor technischen Fächern abzubauen, sollte man vielleicht schon viel eher an die Schulen gehen, in der 12. Klasse ist es dafür ja meist schon zu spät," schlägt sie vor. md |
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| 01.02.2001 |