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Seit November 2000 beschäftigt die Fakultät für Maschinenbau
eine eigene Referentin für Öffentlichkeitsarbeit (PR): Claudia Jahn (28)
studierte an der RUB Germanistik und Anglistik (Staatsexamen und Magister)
und ließ sich in Hagen zur Journalistin für Pressestellen ausbilden. Sie
möchte Bochums Maschinenbauern ein adäquates Image verpassen. Wie sie
das angeht, verriet sie Arne Dessaul.
RUBENS: Warum leisten sich die Maschinenbauer eine
eigene PR-Referentin? War man mit der Arbeit der Pressestelle der RUB
unzufrieden?
Jahn: Natürlich nicht. Ganz im Gegenteil. Wir werden schließlich
auch fortan sehr eng zusammenarbeiten. Bei meiner Stelle geht es ausschließlich
um die speziellen Probleme des Maschinenbaus.
Welche sind das?
Jahn: Ganz klar die rückläufigen Studentenzahlen. Fürs laufende Wintersemester
haben sich 110 Studierende eingeschrieben. Vor zehn Jahren waren es viermal
so viele. Seit dem ging es stetig bergab.
Und wie wollen Sie den Trend umkehren?
Indem wir deutlich herausstellen, was eine Maschinenbauingenieurin bzw.
ein Maschinenbauingenieur macht. Es ist doch so, dass man sich entweder
gar kein Bild vom Maschinenbauer macht oder ein falsches: ein reiner Technokrat,
der schmierige Maschinen baut und Arbeitsplätze vernichtet. Dabei ist
der Maschinenbau ein Beruf mit 1.000 Möglichkeiten - und zurzeit sehr
guten Jobaussichten. Das Bauen von Maschinen ist nur eines von vielen
Arbeitsgebieten. Ein Allrounder mit Weitblick - das ist der Maschinenbauer
heutzutage. Neben der Entwicklung, Konstruktion und Fertigung von Anlagen
geht es zunehmend um technische Dienstleistungen in Service und Beratung
sowie um kaufmännische Tätigkeiten in Akquisition und Vertrieb. Es geht
um Verbesserungen für Umwelt und Arbeitsplatz, um die Schaffung von Arbeitsplätzen,
um Programmieren und um viele andere faszinierende Dinge. Bei uns wird
kontinuierlich daran gearbeitet, die Ausbildung im Hinblick auf die neuen
Herausforderungen an Maschinenbauingenieur/innen zu optimieren. All das
leistet die Fakultät. Es muss nur bekannt gemacht werden.
Wem und wie?
Vor allem Schülern, am besten vor der Wahl der Leistungskurse, damit sich
mehr Schüler für Mathe und Physik entscheiden. Für Fächer also, die den
Einstieg in den Studiengang erleichtern. Wir lehnen uns nicht zurück und
warten auf Schüler. Stattdessen gehen wir an die Schulen und machen dort
ganz gezielt Werbung für den Facettenreichtum des Maschinenbaus. Kurz
vor Weihnachten war ich an acht Bochumer Gymnasien und habe mit Schulleiter/innen
gesprochen sowie Plakate und Broschüren verteilt. Da ging es konkret um
die 10. Klassen. Dort machen die Schüler ein Praktikum, um in mögliche
spätere Berufe hinein zu schnuppern. Das Praktikum können sie an den Lehrstühlen
unserer Fakultät absolvieren. Wir bieten rund 30 Plätze an. Natürlich
gehen auch unsere Professoren an die Schulen und halten Vorträge. Über
Fragen, die Jugendliche faszinieren und die vom Maschinenbau beantwortet
werden: "Warum ist der ICE Radreifen von Eschede geborsten?", "Warum ist
die Titanic gesunken" oder "Gibt es Werkstoffe mit Gedächtnis?"
All das betrifft den Maschinenbau?
Ja. Das war auch das Erste, was ich hier gemacht habe. Ich bin zu jedem
Professor unserer Fakultät gegangen und habe gefragt: Was können wir?
Dabei stieß ich auf diese und viele weitere Themen.
Kontakt: Claudia Jahn, IB 02/145, Tel. -22642, E-Mail:
Claudia.Jahn@itm.ruhr-uni-bochum.de
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