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Mit leuchtenden Augen erzählt Prof. Marianne Schläfke,
Abteilung für Angewandte Physiologie der Medizinischen Fakultät, von ihrer
neuen Aufgabe: Seit dem 1. Januar ist sie als Direktorin des Musischen
Zentrums (MZ) Nachfolgerin von Prof. Helfried Glitsch. Meike Drießen fragte
die kunstbegeisterte Medizinerin nach ihren Plänen.
RUBENS: Wie lauten die Ziele ihrer Tätigkeit im
MZ?
Schläfke: Vor allem muss das Bewusstsein für dieses einzigartige
Angebot geschärft werden -bei Studierenden und bei Lehrenden. Das MZ ist
nicht nur ein phantastisches Angebot, seine musischen Fähigkeiten auszuleben
und sich dabei von Experten anleiten zu lassen, es kann auch identitätsstiftend
wirken und den Studierenden hier in Bochum den Sinn für ein akademisches
Zuhause stärken. Außerdem ist es ein Joker im deutschen, europäischen
und internationalen Wettbewerb der Universitäten. Eine Strategie bei der
Publicity fürs MZ wird die gezieltere, persönliche und kontinuierliche
Ansprache der Studierenden sein. Auch beim Tag der offenen Tür und über
Medienpräsenz wie zuletzt in der RUBENS-Beilage RUB-Ars soll sich das
MZ weiterhin profilieren.
Sehen Sie Probleme, die beseitigt werden sollen?
Da die Harmonie unter den Lehrenden des MZ groß ist, funktioniert gegenwärtig
alles sehr gut. Herr Glitsch und ich haben uns für die Übergabe und Einweisung
vier Stunden lang zusammengesetzt, und jetzt weiß ich: Ich kann unbelastet
an die Aufgabe herangehen.
Wie kamen Sie zum MZ?
Seit 1995 bin ich Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des MZ - dazu
gekommen bin ich allerdings wie die Jungfrau zum Kinde! Ein Kollege meiner
Fakultät schied aus und suchte einen Nachfolger. Im Lauf der Zeit lernte
ich die Arbeit der Künstler schätzen und ließ mich begeistern. Inzwischen
hat es eine sehr schöne Zusammenarbeit zwischen Medizin und Kunst gegeben,
z. B. haben Künstlergruppen medizinische Tagungen mitgestaltet. Die Kupferdrucker
um Barbara Grosse haben den Kongress "Leistung und Schlaf" künstlerisch
begleitet. Und bei einem internationalen Symposium zum Thema "Brain and
Breathing" hat das Collegium instrumentale mit Alexander Feinstein unter
der Leitung von Hans Jaskulsky Mozarts Klarinettenkonzert A-Dur aufgeführt.
Schaffen Sie selbst auch Kunst?
Nein, ich schaffe selbst keine Kunstwerke, pflege aber ein reges Interesse
an Kunst und Kultur. Schon an der Schule habe ich Kurse in Musik, Schauspiel
und Fotografie besucht. Später habe ich auch Klavier- und Gesangsunterricht
gehabt. Ich finde, man sollte nicht eindimensional denken und sich nur
auf seine eigene wissenschaftliche Disziplin konzentrieren, sondern immer
auch darüber hinaus schauen. Kunst und Wissenschaft sollen eine Einheit
sein, und dabei kann das MZ helfen: Musisches Zentrum, das bedeutet Zeit
nehmen zum Denken.
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