Schwarz glänzende Keramik
   
  Vasen aus Bucchero
 
 

Ab dem 1. Februar findet in den Kunstsammlungen der RUB die Sonderausstellung "Bucchero - Die Keramik der Etrusker. Nichts als schwarze Pötte?" statt. Wie die Etrusker "ihre" Keramik wirklich nannten, wissen wir allerdings nicht. Dennoch denkt der Experte bei der (modernen) Bezeichnung "Bucchero" unwillkürlich an Etrurien - und umgekehrt. Tatsächlich gehört die schwarz glänzende Keramik zu den markantesten Zeugnissen aus der Blütezeit der etruskischen Stadtstaaten im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr.
Die Ausstellung verfolgt daher ein doppeltes Anliegen: Sie will über die Etrusker, dieses angeblich so geheimnisvolle Volk in Mittelitalien, informieren; und sie will versuchen, die als Bucchero bezeichnete Denkmälergattung in die übrige antike Kunstproduktion einzuordnen. Dabei wird deutlich, inwieweit die Bucchero Vasen tatsächlich "typisch etruskisch" oder eben doch von allgemein mediterranen Entwicklungen beeinflusst sind. Gewiss: Schwarze Keramik gibt es auch anderenorts und aus anderen Zeiten. Aber nirgends und nie hat man ihre Produktion so beharrlich, ausschließlich und erfolgreich voran getrieben wie in Etrurien. Dabei waren naturwissenschaftliche Empirie und technische Experimentierfreude ebenso gefragt wie die Erschließung neuer Märkte und der Ausbau neuer Handelswege.
In der Ausstellung sind insgesamt 145 Gefäße aus Bucchero zu sehe, von denen lediglich zehn Gefäße der RUB gehören. Hinzu kommen 25 Vergleichsbeispiele aus anderen Keramikgattungen, die teils dem eigenen Bestand entnommen, teils ebenfalls von Leihgebern zur Verfügung gestellt wurden. Allein 67 Stücke stammen aus den überreichen Beständen der wieder vereinigten Berliner Antikensammlung, 27 aus der Dresdner Skulpturensammlung. Die kollegiale Zusammenarbeit hat es möglich gemacht, viele der Schätze, die in diesen traditionsreichen Museen wegen laufender Umbauten oder notorischer Platznot im Magazin eingelagert werden müssen, nun für einen längeren Zeitraum - z. T. sogar erstmals wieder nach dem 2. Weltkrieg - der Öffentlichkeit zu präsentieren, der wissenschaftlichen Bearbeitung zu erschließen und in die akademische Lehre einzubinden.
Das Panorama wird ergänzt und abgerundet durch weitere Leihgaben aus folgenden Museen, Uni- und Privatsammlungen: Antikensammlung und Glyptothek München, Kestner-Museum Hannover, Reiss-Museum Mannheim, Akademisches Kunstmuseum Bonn, Sammlung des Archäologischen Instituts Göttingen, Robertinum Halle, Archäologische Sammlung der Uni Freiburg, Herbert Cahn Basel, Werner Engelhardt Bochum, Haase Remscheid, Knappe Freiburg, Klaus Burkhardt Moorenweis.
Dr. Cornelia Weber-Lehmann, Direktorin der Antikenabteilung der Kunstsammlungen, hofft, auch mit der neuen Ausstellung - ähnlich wie mit der überraschend erfolgreichen Milet-Ausstellung vor einem Jahr - wieder eine breite an der Antike interessierte Öffentlichkeit zu erreichen. Kunstsammlungen

"Bucchero - Die Keramik der Etrusker. Nichts als schwarze Pötte?", Kunstsammlungen der RUB, 1. Februar 2001 bis 15. Januar 2003; geöffnet: Di-Fr 12-17, Sa/So 10-18 h; Eintritt frei.

   
   
   
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01.02.2001