Chance verpasst
   
  Editorial: Konstruktionswettbewerb
 
 

"Herz, was willst du mehr?" ...
· Eine aktive Fachschaft schreibt erneut einen in der Fakultät für Maschinenbau bereits zur guten Tradition gehörenden "Ei" Konstruktionswettbewerb für Erstsemester aus (erstmals veranstaltet 1991, regelmäßig durchgeführt bis 1995, wieder aufgenommen 2000, siehe auch Seite 6) - die Aufgabe diesmal: rohe Eier heil über die Treppen des Forum von der UB am Eingang des HZO vorbei hinunter zu transportieren, ohne Menschenkraft und nur mit umweltfreundlichen Antrieben;
· engagierte junge Tutor/innen betreuen und spornen immerhin fünf studentische Arbeitsgruppen aus Studienanfänger/innen des Maschinenbaus an; es entstehen in den Wochen vor dem Ereignis in partnerschaftlicher Zusammenarbeit die abenteuerlichsten Konstrukte: vom Plastikpullenantrieb bis hin zum Gummiantrieb mit einem Getriebe aus Nägeln und Holzscheiben;
· eine kürzlich für die Öffentlichkeitsarbeit der Fakultät eingestellte junge Frau trommelt in Schulen und wirbt auch anderswo für die Veranstaltung;
· mit einer von ihr gut vorbereiteten Presseinformation gelingt es der Pressestelle, zahlreiche Journalisten auf den Campus zu locken und eine Resonanz in den Medien zu erzielen, die sich viele öfter wünschten - lokale Zeitungen wie Ruhr-Nachrichten, die WAZ oder die Westfälische Rundschau und überregionale Medien, wie dpa, RTL, SAT 1, kündigen im Vorfeld die Veranstaltung breit an und/oder berichten aktuell vom Ereignis, der WDR schickt sogar einen Übertragungswagen für Liveschaltungen zu "Rhein und Weser" und "Eins Live";
· und das zahlreich zusammen gekommene Publikum - Kinder, Schüler, Studierende ältere Besucher - harrt trotz eisiger Kälte aus, lärmt fröhlich angesichts scheiternder komplizierter Karren, applaudiert ebenso dem 14köpfigen Siegerteam und seiner einfachen Idee: ein Autorreifen mit einem in der Felge eingebauten Tafelschwamm, in dem das rohe Ei heil mit einer Geschwindigkeit von mehr als 50 Kilometern pro Stunde knapp 100 Meter unbeschadet hinuntersaust.


... sollte man meinen ...


Und doch wurde bei diesem Ereignis leider eine Chance zu stärkeren Identitätsbildung innerhalb der Fakultät verpasst. Ich weiß nicht, ob aufgrund mangelnder interner Kommunikation oder schlichtem Desinteresse: die Professoren und Mitarbeiter des Maschinenbaus glänzten durch Abwesenheit. Nein, nicht ganz. Ein Professor war "zufällig vorbei gekommen" und fragte, was da überhaupt los sei; ein anderer eilte herbei, aber von diesem ist bekannt, dass er sich seit längerem intensiv um die Werbung für die Fakultät bemüht - und einige Mitarbeiter wurden im Laufe des Nachmittags auch noch gesichtet. jk

   
   
   
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01.02.2001