10 Thesen zur Übernahme
   
  Klaus Esser an der RUB
 
  Am 6.12.2000 hat Dr. Klaus Esser auf Einladung des Instituts für Unternehmungsführung und Unternehmensforschung sowie des Instituts für Kredit- und Finanzwirtschaft an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften einen Vortrag gehalten. Rund 400 Interessierte - darunter viele Vertreter aus der Wirtschaft - waren im voll besetzten HGC 10 versammelt, um den Ausführungen des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Mannesmann AG zum aktuellen Thema "Warum ist ein Gesetz zu Übernahmen von Publikumsgesellschaften sinnvoll?" zu folgen.
Einleitend beschrieb Esser die rasante Entwicklung der Mannesmann AG in den 90er-Jahren zu einem ertragsstarken, innovativen Unternehmen, das 1999 mit einer Marktkapitalisierung von 119 Mrd. US-Dollar das siebtgrößte Unternehmen in Europa war. Anschließend skizzierte Esser kurz die Übernahmeschlacht von Vodafone um Mannesmann Ende 1999. Seine Erfahrungen bei dieser Aufsehen erregenden feindlichen Übernahme haben ihn von der Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung überzeugt und zur Mitarbeit bei einem Kabinettsentwurf der Bundesregierung bewogen. Im Folgenden stellte Esser zehn Thesen auf, wie ein Übernahmegesetz aus seiner Sicht ausgestattet sein sollte, die z. T. auf bereits existierende Regelungen des "London City Code" zurückgehen. Esser betonte, dass für den Vorstand der Zielgesellschaft zwar ein Wertminderungsverbot gelten müsse, dass ihn daran hindert, Maßnahmen zu ergreifen, die allein der Abwehr des Übernahmeversuchs dienen, er müsse aber weiterhin die Möglichkeit zur Meinungsäußerung bei dieser Schicksalsfrage haben. Zusagen der Erwerber aus der Angebotsphase müssten gesetzlich verbindlich gemacht werden und Kursmanipulationen, insbesondere durch gezielte Mediengerüchte, sollten durch sehr schnelles Eingreifen einer Übernahmekommission verhindert werden. Diplomökonom Marc Richard (Lehrstuhl für Internationale Unternehmensrechnung)
   
   
   
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02.01.2001