| Leise rieselt der Whisky | |
| RUBIN: Maschinenbauer pulverisieren Flüssigkeiten | |
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| Mit zwei ganz neuen Verfahren eröffnen die Maschinenbauer
der RUB nicht nur weihnachtlichen Plätzchenbäckern neue Perspektiven: Am
Lehrstuhl für Verfahrenstechnische Transportprozesse können die Forscher
aus beliebigen Flüssigkeiten Pulver herstellen und so außerdem umweltfreundliche
Lacke aus Feststoffen produzieren. Das ganze funktioniert nach dem Prinzip
der Sprudelflasche. Die zu pulverisierende Flüssigkeit
wird in einem druckfesten Stahlgefäß mit Kohlendioxid versetzt und schnell
entspannt (wie Mineralwasser, aus dem beim Öffnen der Flasche der Druck
entweicht), wodurch die Flüssigkeit in sehr feine Tröpfchen zerrissen wird.
Dem so entstehenden Spray setzen die Wissenschaftler einen Trägerstoff zu,
etwa Maismehl. Die Tröpfchen lagern sich an den Stoff an bzw. dringen in
seine Poren ein, so dass ein Pulver entsteht, das dann gesammelt wird. In
100 g Pulver sind bis zu 80 g Flüssigkeit gebunden, daher der Name des Verfahrens:
"Concentrated Powder Form - CPF". Die Vorteile sind vielfältig: Pulver lässt sich z. B. in zähflüssigen Teigen weit besser verteilen als Flüssigkeiten - wer kann z. B. schon ein Fläschchen Rumaroma gleichmäßig im zähen Teig eines zukünftigen Lebkuchenhäuschens verteilen? Weitere Vorteile des Verfahrens sind, dass auch leicht flüchtige Aromen im Produkt bleiben und die entstehende Kälte und das benutzte Kohlendioxid seine Haltbarkeit verbessern. Durch die Verwendung unterschiedlicher Trägerstoffe lassen sich die Eigenschaften des Pulvers maßschneidern. Nach demselben Prinzip funktioniert auch die Herstellung umweltfreundlicher Pulverlacke (PGSS: "Particles from Gas Saturated Solutions"), bei dem die beiden Komponenten des Lacks (Binder und Härter) getrennt voneinander geschmolzen und dann gemeinsam im Mixer mit Gas versetzt und schnell entspannt werden, wodurch wiederum ein Spray entsteht. Noch im Flug kühlen die Tröpfchen durch die Entspannungskälte so sehr ab, dass sie erstarren: Spray wird zu Pulver. Neben einer guten Qualität der Lackierung bietet das Verfahren Energie- und Geldersparnis, denn es funktioniert bei niedrigeren Temperaturen als herkömmliche Techniken. In Bochum und einem Partnerinstitut an der TU München können Anlagen zwischen 10 und 50 kg Pulver stündlich nach den neuen Verfahren herstellen, ein Industrieunternehmen, das die Verfahren anwendet, produziert bereits bis zu 100 kg pro Stunde. Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RUBIN 2/00. Darin finden Sie außerdem folgende Themen: Sich selbst vis-à-vis: Was Elstern wahrnehmen; Netzwerksicherheit - (k)ein Thema für Sozialwissenschaftler; Geographie des Protestantismus: Zahlen versus Mythen; Den alten Hüttenleuten auf die Finger geschaut; Antibiotikaresistenz: "Fünf vor zwölf" für neue Strategien. md RUBIN ist bei der Pressestelle (UV 3/368) für 5 DM erhältlich und steht im Internet: http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rubin.htm. |
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| 01.12.2000 |