Sinnliche Verbindung
   
  Chemie und Kunst als experimentelles Happening
 
 

Jeder Mensch sei ein Künstler, hat Joseph Beuys mal gemeint. Irgendwie, irgendwo, irgendwann, mag man mit Nena hinzufügen - und kann im Fall der Bochumer Chemiker/innen als potentielle Künstler/innen gleich konkretisieren: Irgendwie? Durch faszinierende, live und in Farbe vorgetragene Experimente, die mit einem Overheadprojektor auf eine Leinwand projiziert werden. Irgendwo? Im Audimax der RUB. Irgendwann? 15. Dezember 2000, 11 Uhr.
Da sollte man nun also tunlichst hingehen, denn solch ein Spektakel wird nicht alle Tage auf dem Campus geboten. An eines aus dem Chemieunterricht wird sich gewiss noch jede/r erinnern: Immer wenn der Lehrkörper die Glaswand hochzog und sich die große Brille auf die Nase packte, wurde es interessant und laut und farbig und spannend und einfach toll. Am 15.12. ist das Glas ständig oben! Nichtsdestotrotz wird dank des Projektors quasi mit offenem Visier experimentiert. Und all das wird hervorgeholt, was wir sonst nur offenen Mundes im Wissenschaftsfernsehen bestaunen. Und noch mehr.
Das ist an sich schon recht kreativ, und der Hut ist längst ab vor den Damen und Herren der Chemie. Doch aus dem Hut wird der Chapeau, denn zur Chemie als Kunst gesellt sich noch die Kunst als solche, vertreten durch die vier Bereiche des Musischen Zentrums der RUB (Bildende Kunst, Musik, Studiobühne, Fotografie). Deshalb werden die Versuche begleitet, untermalt, in den Vordergrund geholt, in den Hintergrund gedrängt, an die Hand genommen durch Aktionskünstler/innen, Musiker/innen, Schauspieler/innen und Tänzer/innen. Mit ihren eigenen Ausdrucksmitteln und teilweise als Improvisation erzählen sie vom "Werden und Vergehen". So entsteht ein einmalig sinnliches Gesamtkunstwerk vor aller Augen und Ohren ... und vergeht vor uns als Zeugen wie alles Irdische wieder.
Die kostenlose Veranstaltung, so sagen die Veranstalter (zu denen auch die Gesellschaft Deutscher Chemiker zählt), ist ausdrücklich konzipiert für Oberstufenschüler/innen, Lehrer/innen, Nichtchemiker und angehende Universalisten, und soll zum Grenzgängertum Lust bereiten. ad

"Chemie und Kunst im Experiment - Ein Crossover der Sinne", 15.12., 11 h, Audimax; Infos, Anmeldung und Kartenreservierung (!): Dr. M. Groß, Dekanat für Chemie, Tel.: 0234-32-24571, E-Mail: chemie@ruhr-uni-bochum.de

   
   
   
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01.12.2000