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Liebe Mitglieder und Angehörige der Ruhr-Universität,
am 3. November, 11.00 Uhr, findet die erste akademische Jahresfeier an
unserer Universität statt. Zu dieser Premiere möchte ich Sie - Studierende,
Mitglieder des Lehrkörpers, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen - namens
des Rektorates herzlich in das Auditorium Maximum einladen. Ministerpräsident
Clement sowie der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Prof. Winfried Schulze,
werden sich zur Zukunft der Universitäten äußern - ein uns sehr unmittelbar
berührendes Thema -, als Rektor freue ich mich zudem, im Rahmen dieser
Feierstunde den Frauenförderpreis des Rektorates überreichen zu können.
Manche von Ihnen mögen akademischen Feierstunden skeptisch oder gleichgültig
gegenüberstehen, vielleicht sogar den "Muff von 1000 Jahren" wittern.
Lassen Sie mich drei Gründe anführen, weshalb es lohnt, den Versuch einer
neuen Traditionsbildung zu wagen:
Zum einen: Universitäten sind nur lebendig
als Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden, als Orte wissenschaftlicher
Neugier und gemeinsamer Suche nach Wahrheit, als Zukunftswerkstätten und
gesellschaftliche Experimentierfelder. In diesem Anspruch gründet unser
Selbstverständnis und Selbstbewusstsein. Gemeinsames Feiern dient der
kritischen Selbstvergewisserung und ist zugleich Demonstration der Zusammengehörigkeit
der Mitglieder unserer Institution.
Zum anderen: Demokratie ist nur erfahrbar,
wenn die Mitglieder einer Gesellschaft einander mit Respekt und Achtung
begegnen. Universitäten sind keine abgeschottete akademische Welt, vielmehr
Teil der Gesellschaft. Respektvoller Umgang sollte im Alltag der Universität,
in den Hörsälen, in den Forschungslabors, in den Gremien und in den Cafeterien
selbstverständlich sein. Eine gemeinsame, gesamtuniversitäre Feier soll
diese Botschaft verstärken: Universitäre Mitgliedschaft bedeutet Mitgliedschaft
in einer der Demokratie verpflichteten Institution.
Und schließlich: Feiern gehört zum Zyklus
des Jahres und des Lebens: als private Fete, als Feier in der Gemeinschaft,
als Feier einer akademischen Institution. Ich begrüße es deshalb nachdrücklich,
dass in vielen Fakultäten die feierliche Verabschiedung von Absolventen
heute (wieder) selbstverständlich geworden ist. Unsere Universitätsfeier
wird, so hoffe ich, in der Zukunft Ausdruck lebendiger akademischer Feierkultur
sein, uns daran erinnern, dass wir Mitglieder einer gemeinsamen Institution
und nicht nur Nutzer einer Lehranstalt sind. Helfen Sie mit, diesen Anspruch
mit Leben zu erfüllen.
Ich hoffe, viele von Ihnen am 3.11. begrüßen zu können - immerhin gibt
es 1500 Plätze!
Mit freundlichen Grüßen
D. Petzina
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