| Großes Fest in Krakau | |
| 600 Jahre Neugründung der Jagiellonen Universität | |
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| Die RUB war noch keine zwei Jahrzehnte
alt, als sie einen Partnerschaftsvertrag mit der traditionsreichen Jagiellonen
Universität in Krakau schloss, die zu diesem Zeitpunkt bereits auf eine
mehrere Jahrhunderte alte Geschichte zurückblicken konnte. Seitdem
kooperieren Bochum und Krakau auf verschiedenen Ebenen: Die damals geschlossenen
Partnerschaft ist in vielen Kontakten lebendig, zudem sind sowohl Bochum
als auch Krakau Mitglieder im Utrechter Netzwerk, das sich insbesondere
um den Austausch von Studierenden kümmert. Anlässlich der Feierlichkeiten
zum 600. Jubiläum trafen sich in Krakau hochrangige Vertreter der akademischen
Gemeinschaft weltweit, um gemeinsam in einer feierlichen Zeremonie das Jubiläum
zu würdigen. Im Vorfeld der Feierlichkeiten fand ein Treffen der Rektoren und Präsidenten des Utrechter Netzwerkes im ältesten Gebäude der Jagiellonen Universität, dem Collegium Maius, statt, bei dem es u.a. um die Einbindung des neu geschaffenen australischen Konsortiums ins Netzwerk ging und um die Sichtbarkeit des Utrechter Netzwerkes bei internationalen Konferenzen und im Internet. Der 1. Oktober stand ganz im Zeichen der akademischen Feierlichkeiten, die ein nationales Ereignis ersten Ranges in Polen darstellten. Die Vertreter der Medien wussten nicht, wen sie zuerst ablichten sollten: die politische Prominenz des Landes, darunter Staatspräsident Aleksander Kwasniewski und Premier Jerzy Buzek, die polnischen Rektoren in flammend roten Talaren und weißen Umhängen aus Hermelin, die Rektoren der internationalen Partnerhochschulen in ihren farbenprächtigen Roben und phantasievollen Kopfbedeckungen oder die Gruppen von Fakultätsmitgliedern der Jagiellonen Universität, die ebenfalls im Talar und den Farben ihrer Fakultät erschienen waren. Zum Auftakt der Feierlichkeiten zogen die akademischen und politischen Würdenträger in einer Prozession von der Uni zur Marienkirche auf dem historischen Marktplatz. Die Krakauer Bevölkerung, sichtlich stolz auf ihre Uni, nahm lebhaften Anteil an dem Geschehen. Nach der Messe bewegte sich der Zug in Richtung Philharmonie zum offiziellen Teil der Feierlichkeiten. Zur Sprache kamen aber nicht nur die bedeutsamen Leistungen der Vergangenheit, sondern es wurden auch handfeste Probleme beim Namen genannt, z.B. das Problem der universitären Gebäude. Blicken die Vertreter moderner Hochschulen mit leichten Neidgefühlen auf die prachtvoll restaurierten gotischen Gebäude der Jagiellonen Universität, so sähen deren Mitglieder durchaus gewisse Vorteile in einer modernen Infrastruktur in eher funktionalen Gebäuden. Um zukünftig vor allem auch den Naturwissenschaftlern adäquate Räumlichkeiten anbieten zu können bzw. dem kostspieligen Mieten weiterer Gebäude ein Ende zu setzen, wurde anlässlich des Jubiläums verkündet, dass die Uni nun einen dritten Campus bauen werde, dessen Finanzierung durch die polnische Regierung gesichert ist. Abgerundet wurden die Feiern durch Tafelfreuden und kulturelle Glanzlichter: von Konzertdarbietungen moderner Musik bis hin zu einem mittelalterlichen Singspiel, das an die Neugründung der Jagiellonen Universität im Mittelalter erinnerte. Es gab nämlich schon einmal einen Vorläufer, der aber nur wenige Jahr existierte, bis dann Königin Jadwiga gemeinsam mit ihrem Gemahl Vladislavs Jagiello die Uni ein zweites Mal gründete. Heute umfasst die Uni elf Fakultäten im Spektrum Natur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, mit insgesamt 30.000 Studierenden. Die RUB pflegt intensive Kontakte in Pädagogik, Geschichte, Philologie, Rechtswissenschaft, Mathematik, Chemie, Physik und Astronomie. Lebhafte Aktivitäten gibt es im Lehrgebiet Deutsch als Fremdsprache. Hier soll eine Zusammenarbeit nach dem Shanghai Modell etabliert werden. Die Deutschprüfung für den Hochschulzugang (DSH) mit Beteiligung der RUB kann bereits in Polen abgelegt werden und die Studienbewerber/innen aus Polen können ohne Zeitverzug ins Fachstudium gehen. Monika Sprung |
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| 02.11.2000 |