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Helfried Glitschs Bilder wurden erstmals 1960 in Heidelberg ausgestellt.
Damals war der gebürtige Berliner 23 Jahre alt und studierte Medizin.
Heute leitet er die Selbständige Arbeitsgruppe Muskelphysiologie der Fakultät
für Biologie, seit 1978 engagiert er sich im Bereich "Bildende Kunst"
des Musischen Zentrums (MZ). Im Januar 1996 wurde Prof. Glitsch dessen
Direktor. Kurz vor seiner Pensionierung (Dezember) bilanziert er im Gespräch
mit Arne Dessaul seine Zeit als Direktor und informiert über seine Abschiedsausstellung.
Wie lautet Ihr Resümee nach knapp fünf Jahren als
MZ-Direktor?
Vor allem habe ich die Arbeit gern getan. Es hat mir Spaß gemacht,
einen tiefen Einblick in die vier MZ-Bereiche zu gewinnen und die wirtschaftliche
Grundlage der Arbeit des MZ kennen zu lernen. Seine Sekretärin, Ingeborg
Wagner, und die Bereichsleiter Felix Freier (Fotografie), Karin Freymeyer
(Studiobühne), Dr. Hans Jaskulsky (Musik) und Heinrich Koch (Bildende
Kunst) haben mich jederzeit wirkungsvoll unterstützt. Ich danke ihnen
und den Mitgliedern des Beirats für die gelungene und angenehme Zusammenarbeit.
Das MZ möchte ja alle Uniangehörige ermutigen, ihren künstlerischen Neigungen
nachzugehen. Die entsprechenden Kurse sind immer sehr gut besucht. Außerdem
haben wir durch Aufführungen, Ausstellungen und Konzerte erfolgreich versucht,
die Einbindung der Ruhr-Uni in die umliegende Region zu fördern. Neben
diesen künstlerischen Dingen war in meiner Amtszeit besonders wichtig,
dass wir 1999 Karin Freymeyer als Leiterin der Studiobühne gewinnen konnten.
Es hatten sich immerhin 105 Kandidaten als Nachfolger des ausgeschiedenen
Günter Wille um diese Stelle beworben.
Sie traten vor fünf Jahren mit dem Ziel an, die
Zusammenarbeit des MZ mit der Kunstgeschichte, der Musikwissenschaft und
der Theaterwissenschaft der RUB auszubauen. Konnten Sie dies umsetzen?
Ja, wir haben die Zusammenarbeit mit anderen Gruppen und Instituten der
RUB intensiviert. Neben den regelmäßigen Seminaren, die Universitätsmusikdirektor
Dr. Jaskulsky im Fach "Musikwissenschaft" und Frau Freymeyer in der "Theaterwissenschaft"
abhalten, erinnere ich mich an Ausstellungen des Fotobereichs mit dem
Englischen Seminar und Angehörigen der Fakultät für Bauingenieurwesen,
an Einführungen in die Praxis der Radierung des Bereichs Bildende Kunst
für Studenten der Kunstgeschichte und an die diesjährige Gemeinschaftsproduktion
"Die Geschichte vom Soldaten" (Strawinsky) der Bereiche Musik/Studiobühne
mit der Musik- und Theaterwissenschaft. Zurzeit planen alle Bereiche des
MZ mit dem Chemieprofessor Matthias Drieß das Projekt "Chemie und Kunst
im Experiment - ein Crossover der Sinne", das am 15. Dezember im Audimax
gezeigt wird.
Am 3. November beginnt Ihre Abschiedsausstellung.
Was erwartet die Besucher/innen dort?
Die Ausstellung zieht eine Bilanz meiner Arbeit als Maler im MZ. Ich bin
1978 auf Anraten von Freunden zu Hans-Jürgen Schlieker, dem damaligen
Leiter des Bereichs Bildende Kunst, gekommen. Ihm, der Leiterin der Radierklasse,
Barbara Grosse, und dem jetzigen Leiter des Bereichs Bildende Kunst, Heinrich
Koch, verdanke ich Anregung, Kritik und Ermutigung zu meiner Malerei.
Ich bin ein gegenständlicher Maler und zeige in der Ausstellung Stillleben,
Architekturen, Landschaften, Portraits und Akte in verschiedenen graphischen
und Maltechniken.
Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Meine Frau und ich werden Ende des Jahres nach Königsfeld im Schwarzwald
umziehen. Wir sind in diesem Kurort aufgewachsen und zuhause. Ich hoffe
sehr, dass ich mich dort intensiver als bisher möglich der Malerei widmen
kann. Innerlich werde ich dem MZ immer verbunden bleiben. Es hat mir Freude
gemacht, dort zu arbeiten.
Helfried Glitsch: "Arbeiten", 3.11.-15.12.2000, Foyer des MZ, Mo-Fr
9-19, Sa 9-11 h; Eröffnung: 3.11., 19 h; Interessenten sind herzlich eingeladen.
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