Weit draußen in ND
   
  Serie: Die Gebäude der RUB
 
 

Jeder von uns kann sich sicher noch an sein erstes Semester an der RUB erinnern. Wer hat sich da anfangs nicht in den Kellerräumen verirrt und verzweifelt nach einem Ausgang gesucht? Wieso liegt der mal auf 02 und mal auf 01? Gibt es bei den Raumnummern überhaupt ein System und warum gibt es nicht überall eine Garderobe wie in GC? RUBENS liefert die Antworten - heute die zu ND.
Jedes Gebäude der RUB ist irgendwie besonders. Beim ND ist schon der Name originell, ein "D" wurde auf dem ganzen Campus nur einmal vergeben. ND liegt zudem so weit draußen wie kein anderes Institutsgebäude auf dem unmittelbaren Campus. Die Biologen, die das ND bevölkern, leiden jedoch nicht unter ihrer exponierten Lage. Im Gegenteil: Sie setzten sich den Botanischen mitsamt Chinesischem Garten direkt vor die Tür (und müssen beides hegen und pflegen) und errichteten ringsherum Gewächshäuser und Tierställe. Schließlich wird in ND fleißig geforscht und experimentiert. So auch in einem der neuesten Häuser auf dem Campus: im ZN (Zentrum für Neuroinformatik), das Mitte der Neunziger in direkter Nachbarschaft zu ND hoch gezogen wurde. Hier wird all das zur Marktreife gebracht und vermarktet, was die Wissenschaftler des Institutes für Neuroinformatik unten in ND entwickeln: z. B. kluge Roboter oder Programme zur Gesichtserkennung. Bochums Neuroinformatiker schreiben in hübscher Regelmäßigkeit Erfolgsgeschichten und sammeln Auszeichnungen - und avancierten so zu einem Aushängeschild der RUB.
Wer sich hauptsächlich bei den Geisteswissenschaftlern aufhält, wird beim Besuch im ND naturgemäß auf zahlreiche Unterschiede stoßen. Reiht sich in den G-Gebäuden Büro an Büro bzw. Seminarraum an Seminarraum, so wird die Szenerie in ND von Labors bestimmt und allem, was dazu gehört: Mikroskope, Reagenzgläser, geheimnisvolle Flüssigkeiten und allerlei Apparaturen.
Darüber hinaus sind auch die eher gesellschaftlichen Unterschiede prägnant. Kaum irgendwo sonst ist die Hackordnung im Lehrstuhl so bündig wie bei Biologen. "Ganz unten" forschen Praktikanten und unterstützen die Diplomanden. Die Diplomanden arbeiten fleißig den Doktoranden zu, jene versorgen Habilitanden und C-3-Profs mit frischen Erkenntnissen, und "ganz oben" sitzen die Lehrstuhlinhaber und präsentieren erregt die Ergebnisse. Flankiert wird aller Forscher Tätigkeit durch die Hilfe der Technischen Angestellten, die Versuchsstände aufbauen oder jene geheimnisvollen Flüssigkeiten mixen.
Trotz dieser Ordnung ist bei den Biologen ein großer Zusammenhalt zu beobachten. Häufig geht das ganze Team(!) gemeinsam in die Mensa oder trifft sich im Aufenthaltsraum zu Tee und Kaffee. ad

Steckbrief ND / NDEF
Errichtet:
1966 bis 1968/69 (sukzessive Aufnahme des Lehrbetriebs)
Größe: ca. 36.000 qm
Anzahl der Räume: über 700
Nützlich: Ausblick auf Botanischen Garten und Lottental
Besonders: So tief wie in ND geht's sonst nirgends auf dem Campus: Ebene 07; dort allerdings wird nicht gelehrt oder geforscht

   
   
   
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02.11.2000