Zdenka Fantlová
   
  Lesung im Kulturcafé
 
 

"In der Ruhe liegt die Kraft!" Zdenka Fantlová nahm sich den Spruch ihres Vaters zu Herzen. Es waren seine Worte, als die Gestapo ihn 1939 verschleppte. Sie selber überlebte Theresienstadt, Auschwitz und Bergen-Belsen - als Einzige ihrer jüdisch-tschechischen Familie. Sie spielte im KZ Theresienstadt Theater. Die Kinderoper "Brundibar" wurde aufgeführt, Victor Ullmann komponierte den "Kaiser von Atlantis", Frantisek Zelenka war "der beste Bühnenbildner, den es gab." Für Fantlová wie für viele Häftlinge des so genannten Vorzeigelagers waren Musik, Theater, Kunst so wichtig wie die tägliche Brotration. Über Schweden emigrierte sie nach Australien, wurde dort eine ausgezeichnete Schauspielerin, zog später nach London. Nach ihrem Alter gefragt, antwortete sie: "Gehe ich danach, was ich in meinem Leben erlebt habe, bin ich 250 Jahre alt. In meiner Seele bin ich aber 18. Und diese 18 Jahre sind die wichtigsten für mich." Anlässlich der Mahnung an die Reichsprogromnacht am 9. November haben das AStA-Kulturreferat und boSKop Frau Fantlová zu Lesung und Gespräch ins Kulturcafé der RUB geladen: 6. November, 18 h. Katharina Keller

Zdenka Fantlová, "In der Ruhe liegt die Kraft, sagte mein Vater", Weidle-Verlag, Bonn; 250 S., DM 42

   
   
   
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02.11.2000