| Der leidige Verkehr rund um die RUB | |
| Von Tempo-30-Zonen, U-Bahnen und Straßennamen | |
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| Verkehrsexperte ist er nicht, parteipolitisch aktiv schon
gar nicht, aber er sieht Dinge, die verbessert werden können. Und ändert
sie - zuweilen. So wie vor kurzem, als aufgrund seiner Initiative in der
Lennershofstraße eine Tempo-30-Zone eingerichtet wurde. Ulrich Waldeck ist
Technischer Angestellter am Lehrstuhl für Zellmorphologie. Und er engagiert
sich in seinem Stadtteil, der Hustadt, in unmittelbarer Nähe zur RUB. Mit
dem Fahrrad fährt er täglich hier hin, wie viele andere Angehörige der RUB
eben nicht, obwohl sie es nicht weit haben. "Den Fehler haben die Planer
vor 30 Jahren gemacht, die U-Bahn hätte mitten durch die Uni fahren müssen",
sagt der Mann, der seit 25 Jahren bei der Bürgerinitiative "Aktion Bessere
Hustadt" (ABH, heute Förderverein Hustadt e.V.) mitarbeitet. Aktive Stadtteilarbeit ist sein Anliegen, und da bleibt auch der große Campus nicht außen vor. Seiner Meinung nach hätte der erste Kanzler einen Kreis um die Uni ziehen müssen, "ein, zwei Kilometer", und deutlich machen sollen: "Wer hier wohnt, hat mit dem Auto an der RUB nichts zu suchen". Nun ist es zu spät, und die "heilige Kuh" Auto transportiert morgens fleißig Mitarbeiter/innen und Studierende zur RUB. Als Ende Januar ein Radfahrer auf der abschüssigen Lennershofstraße von einem Auto erfasst wurde, das nach links in die I-Straße auf den Campus einbog, sah Waldeck Handlungsbedarf. Wenn schon so viele auf vier Rädern zur Uni fahren, dann wenigstens in verkehrsberuhigten Zonen. Von da an ging alles recht schnell und problemlos. Ein Gespräch mit Oberkommissar (POK) Schmitz von der Querenburger Wache (Polizeiinspektion Ost), ein weiteres mit einem Mitglied der SPD-Fraktion der Bezirksvertretung Bochum Süd (BV), zu der Waldeck seit vielen Jahren regelmäßig Kontakt hat - als "Bürger und Gast", wie er betont - und bereits am 16. Februar gab es einen Ortstermin. POK Schmitz und die BV stellten die Verbindungen zum Ordnungs- und Straßenverkehrsamt her. Das Ergebnis vor Ort: Die Lennershofsiedlung erfüllte alle Voraussetzungen für eine Tempo-30-Zone als abgeschlossener Bereich ohne Durchgangsverkehr, eigentlich fehlten nur die Schilder. Die Geschwindigkeitsbegrenzung beschloss die BV im März, seit Juli gilt sie offiziell. Die Erfahrungen aus jahrzehntelanger Stadtteilarbeit waren für Ulrich Waldeck hilfreich, so wusste er, wie sich lange (Dienst-)Wege in Amtsfluren und -stuben vermeiden lassen. Was er sich wünsche - trotz dieses kleinen Erfolgs an der Lennershofstraße? Mehr Engagement in solchen Dingen auch von anderen, sei es hier in der RUB oder in ihrem Stadtteil. "Wenn ich meine, dass irgendwo etwas geändert werden müsste, dann trage ich das vor, und wir schauen, was daraus wird", sagt er ganz lapidar dazu. Geschwindigkeitskontrollen wünscht er sich zudem in der neuen Tempo-30-Zone, damit die Autofahrer sich auch daran halten. Ach ja, und "neue, vernünftige" Straßennamen an der RUB, in der Hoffnung, dass mit etwas Engagement - auch von anderen - die I- oder die N-Südstraße sinnvoller bezeichnet werden ... jw |
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| 01.10.2000 |