Ungestörte optische Signale
   
  Humboldt-Stipentiat Prof. Bose
 
  Eigentlich unterrichtet und forscht Prof. Nirmal K. Bose am Institut für Elektrotechnik der Pennsylvania State University, doch als Humboldt-Stipentiat hatte es ihn für ein paar Monate nach Bochum verschlagen. Am Lehrstuhl für Nachrichtentechnik (Prof. Hans Dieter Fischer) arbeitete er von April bis August in der optischen Signalverarbeitung, Codierung und Komprimierung von Bildern sowie der künstlichen Intelligenz. Seinen einjährigen Forschungsaufenthalt will der aus Indien stammende Professor auf mehrere Jahre verteilen. Bochum besuchte Bose nicht zum ersten Mal. Bereits 1978 vertiefte er seine Forschung zur mehrdimensionalen Systemtheorie an der RUB.
Geboren in Kalkutta als Sohn eines Augenchirurgen beendete Bose die Highschool an der St. Yavie in Patna. Den Bachelor machte er am berühmten Indian Institute of Technology, seinen Master an der Cornell University und den Ph.D. an der Syracuse University in den USA. Mittlerweile ist der 59-jährige amerikanischer Staatsbürger und kann sich ein Leben woanders nicht mehr vorstellen.
Boses Forschung soll die störungsfreie Übertragung von optischen Signalen ermöglichen. Genau wie bei der Übertragung von akustischen Signalen per Leitung (z.B. Telefon) oder auch drahtlos (per Handy) kann es bei der Übertragung von optischen Signalen zu unerwünschten Störungen kommen. Diese "Channel Voices" sollen durch eine spezielle Codierung der Bilddateien ausgeschaltet werden. Dabei werden die Daten nicht komprimiert, also Informationen verkleinert, sondern Infos hinzugefügt. So werden u.a. Prüfsummenberechnungen ermöglicht, bei denen man feststellen kann, ob und wo ein Fehler in der Übertragung steckt.
Bei der Weiterentwicklung der Signal- und Bildverarbeitung gewinnt Bose mit Hilfe spezieller Techniken aus verschwommenen Aufnahmen die ursprünglichen Bilder zurück. Die erworbenen Kenntnisse könnten später auch in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt werden, um verbesserte Aufnahmen von den Sternen zu bekommen. Zusätzlich forscht Bose an den Grundlagen der künstlichen Intelligenz, die z.B. bei der Sprach- und Bilderkennung eingesetzt werden soll. Damit ein Roboter in der Praxis einen Apfel als solchen erkennt, muss er fähig sein, Muster wahrzunehmen und den Gegenstand zu klassifizieren - auch wenn dieser eine Beule hat, etwas anders gewachsen ist oder eine andere Farbe hat. Vielleicht brauchen wir ja in ein paar Jahren nicht mehr unseren Haustürschlüssel, sondern lassen unser Gesicht durch einen Computer abtasten, um in unsere Wohnung zu gelangen ... Prof. Bose jedenfalls forscht weiter und im nächsten Jahr kommt er dann wieder für ein paar Monate nach Bochum. Claudia Wessolly
   
   
   
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01.10.2000