Drei Stationen für Architekturfotos
   
  Kunstgeschichtliches Institut
 
  Zwei Stationen waren von vornherein vorgesehen für "Ansicht. Aussicht. Einsicht", die Ausstellung mit Architekturfotografien des Kunstgeschichtlichen Instituts der RUB. Das Museum Bochum (als Ersatz für die in diesem Fall zu klein geratene Kunstsammlung der RUB) machte von Januar bis März den Anfang, es folgte im April und Mai die Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig. Vom dortigen Direktor wurde schließlich die dritte, nicht eingeplante Station vermittelt: der Bunkier Sztuki in Krakau (21. Juli bis 13. August), in dessen Reihe "Was ist Architektur?" die Ausstellung haargenau passte. Der Kunstbunker (so die wörtliche Übersetzung) gilt als wichtigste Ausstellungshalle für Zeitgenössische Kunst in Polen.
Entsprechend fiel auch der Rahmen für die Präsentation der rund 60 oft großformatigen Fotografien aus der Bochumer Sammlung und aus dem Besitz zahlreicher hochkarätiger Leihgeber aus. Zur feierlichen Eröffnung kam u.a. mit dem deutschen Generalkonsul und Krakaus Oberbürgermeisterin reichlich Prominenz, die polnischen Medien widmeten sich dem Thema zudem in aller Ausführlichkeit; auch die Besucherzahlen übertrafen die Erwartungen bei Weitem.
Verdienter Lohn für die viele Arbeit, die hinter dem Projekt steckt. Drei Semester dauerte die Vorbereitung, die teilweise in Seminaren von Studierenden geleistet wurde. Eine kleine Gruppe angehender Kunsthistoriker/innen lernte dabei die Arbeit an einer großen Ausstellung von A bis Z kennen und konnte beim Verfassen wissenschaftlicher Beiträge für den Ausstellungskatalog erste Publikationserfahrungen sammeln. Zu ihrer Freude wurden die Studierenden von der Krakauer Ausstellungsleitung auch nach Polen eingeladen; drei von ihnen saßen bei der zur Ausstellungseröffnung anberaumten Pressekonferenz auf dem Podium und standen den polnischen Medienvertretern - mit Hilfe eines Dolmetschers - Rede und Antwort.
Involviert in die Ausstellungskonzeption waren auch die Fotograf/innen selbst: Andreas Gursky, Candida Höfer, Axel Hütte, Thomas Ruff und Thomas Struth. Ihre Werke erwarb das Kunstgeschichtliche Institut Ende letzten Jahres; ein Ankauf, der von den Künstlern selbst, vom Förderverein des Instituts "Situation Kunst", von Mannesmann und der Ruhrgas AG und von der Stiftung Kunst und Kultur mäzenatisch unterstützt wurde.
Ab Herbst werden die Architekturfotos in den Kunstsammlungen der RUB wieder zu bewundern sein. Zunächst müssen dort allerdings noch die Wände renoviert werden. ad
   
   
   
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01.10.2000