BOA schnappt zu
   
  Neue Herausforderungen für Studienfachberater
 
 

"Wenn Sie Informationen zu Ihren anderen Fächern haben möchten, wenden Sie sich bitte an die Kollegen." Diese wohlmeinende Auskunft schickt Abiturienten und Studierende oft auf eine abenteuerliche Odyssee durch die Gebäude der RUB. Wo die Kollegen ihre Büros haben, ob die angestrebte Fachkombination sinnvoll ist, welche zusätzlichen Qualifikationsmöglichkeiten man aus dem reichhaltigen Angebot der Uni für ein späteres Berufsleben wählen sollte, das erfährt der Suchende selten.
Dies soll sich mit dem neuen "Beratungs- und Organisationsbüro für die Akademische Studienfachberatung (BOA)" bald ändern. Ziel von BOA ist es, den Informationsfluss innerhalb der RUB zwischen allen Studienfachberatern zu verbessern. Nicht nur die räumlichen Grenzen gilt es zu überbrücken, auch die Fächer- und Fakultätsgrenzen sollen überwunden werden. Der interdisziplinäre Ansatz spiegelt sich bereits im BOA-Team wider. Diplombiologin Skadi Heinzelmann und Barbara Kaminski B.A., M.A. (Studienfächer Skandinavistik, Anglistik, BWL) haben diese Aufgabe mit viel Elan übernommen. BOA gehört zu der im vergangenen Jahr eingerichteten "Koordinierungs- und Beratungsstelle für den Berufseinstieg (KoBra)" und wird im Rahmen des Leonardo da Vinci-Programms durch EU-Mittel finanziert. Begleitet wird BOA von einer ebenfalls Grenzen überschreitenden Kommission, die sich zusammensetzt aus Eva Fischer (Studienbüro), Britta Freis (KoBra), Prof. Detlef K. Müller (Antragsteller), Astrid Steger (M.A.-Reformmodell), Karl Steinhoff (Arbeitsamt Bochum) und Hans-Helmut Weigmann (Dezernent für Angelegenheiten der Selbstverwaltung, Hochschulstruktur und -planung).
Bislang wird die Studienberatung von Fachberatern neben ihrer lehrenden und wissenschaftlichen Tätigkeit wahrgenommen. Lehre und Forschung haben an deutschen Unis einen deutlich höheren Stellenwert als eine qualitativ hochwertige und umfassende Studien- und Berufsberatung der Studierenden. Durch die Einführung gestufter Studiengänge (Bachelor, Master), die modularisiert und mit Kreditpunkten versehen sind, werden die Studienfachberater zudem mit neuen Herausforderungen konfrontiert.
Darum sind die Ziele von BOA klar umrissen: Studienfachberater müssen an Gestaltung und Entwicklung der neuen Studiengänge aktiv beteiligt sein, ein gemeinsames Forum zum Informationsaustausch haben und unterschiedliche Angebote der Weiterqualifikation erhalten. Auf diesem Weg soll die Bedeutung der Studienfachberatung betont und die Stellung der Studienfachberater an der RUB deutlich gestärkt werden.
Eine erste Infoveranstaltung von BOA fand am 17. Mai statt. U. a. wurde in zwei Workshops über den Stand der Dinge in den einzelnen Fächern informiert, wie auch über die Qualität und mögliche Inhalte einer verbesserten Fachberatung diskutiert. Jetzt plant BOA die zweite Veranstaltung. Am 29. und 30. September geht es um die berufsfeldorientierte Beratungspraxis in europäischen Nachbarländern; Vertreter aus Großbritannien und den Niederlanden werden dort berichten. Christoph Schlick

 

  Weitere Infos: Beratungs- und Organisationsbüro für akademische Studienfachberatung (BOA), Diplombiologin Skadi Heinzelmann, Barbara Kaminski B.A., M.A., NA 6-68, Tel.: 0234/3228400, E-Mail: boa@ruhr-uni-bochum.de
   
   
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01.07.2000