Leserbrief
   
   
 
  RUBENS 50, Unklassische Philologie in Bochum
Reinhold Glei fordert einen radikalen Strukturwandel des Faches Klassische Philologie, der im Wesentlichen darauf hinaus laufen würde, es "unklassisch" zu machen. Nun ist ein selbstständiger Studiengang "Neulateinische Philologie" sicher sehr interessant, gerade auch als Nebenfach für Historiker. Aber der Vorschlag, die Existenz der Altphilologie durch ihre Umwandlung in eine Neue Philologie zu sichern, gleicht wirklich der Idee, einfach alle Blaukehlchen in Rotkehlchen zu verwandeln, um sie der Nachwelt zu erhalten. Mein einziger Rat an die Altphilologen - wo bleiben in Herrn Gleis Konzept eigentlich die Griechen? - wäre daher, damit zu argumentieren, dass die klassischen Sprachen, nicht aber das grammatisch rudimentäre Mittel- und Neulatein, den Schülern ein für den Wirtschaftsstandort unverzichtbares geistiges Training verschaffen. Das ist natürlich reiner Blödsinn. Aber wenn es dazu dient, eine wissenschaftliche Disziplin vor der Wegrationalisierung zu bewahren - warum nicht? Olaf Hedtkamp
   
   
   
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01.06.2000