| |
Am 20. April 2000 verstarb in Witten unerwartet der Tierphysiologe
Prof. Dr. Dietmar Zinkler im Alter von 60 Jahren. Seit 1967 an der RUB -
zuerst als Assistent an der Außenstelle in Würzburg, ab 1969 als Kustos
und Akademischer Oberrat - habilitierte er sich mit "Charakterisierung und
Stoffwechsel der Lipide des Komplexauges von Insekten" und erhielt 1975
die Venia legendi für Zoologie. Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 114
"Bionach" beschäftigte er sich mit dem Lipidaufbau und den Eigenschaften
der Fotorezeptormembran von Evertebraten. Daneben griff er auch ökophysiologische
Fragen auf (kohlenhydratspaltende Enzyme, Sauerstoffverbrauch überfluteter
Tipulidenlarven nasser und trockenerer Biotope). Der Zoologe aus Leidenschaft
mit dem Herz für die Botanik war geprägt vom humboldtschen Weltbild und
seinem Lehrer Prof. Friederich Schaller (Bodenzoologe). Dieser war ihm stetes
Vorbild, wie man Forschung, Lehre und Förderung der Kandidat/innen miteinander
verknüpft. Beide verband die Leidenschaft zum extremen Bergsteigen, wobei
Zinkler immer noch Zeit fand, sich für die Menschen, Landschaft und Kunstgeschichte
des erkletterten Gebietes zu begeistern. Zinkler wurde 1939 in Gutendorf
(Niederschlesien) geboren und pflegte den engen, persönlichen Kontakt zu
seinen Studierenden. Seit 1966 war er verheiratet und hatte gemeinsam mit
seiner Ehefrau Isa zwei Kinder. Die Ruhr-Universität wird ihm ein ehrendes
Gedenken bewahren. tas |