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Laut ist es, wenn man die Werkstatt der Psychologen in GAFO betritt.
Das Getöse der großen Maschinen scheint jedoch niemanden zu stören. Konzentriert
arbeiten die Mitarbeiter an Konstruktionsplänen und Versuchsaufbauten.
Von einfachen Schreinerarbeiten bis hin zu komplizierten Versuchsapparaturen
wird hier alles gefertigt. "Uns ist keine Aufgabe zu knifflig", beteuert
Willy Dreckmann, der seit acht Jahren Werkstattleiter ist. "Manchmal kommen
die Leute mit den verrücktesten Ideen und irgendwie finden wir immer einen
Weg ihre Vorstellungen umzusetzen."
Wie aber kommen gerade die Psychologen zu einer eigenen Werkstatt? "Die
Psychologie in Bochum war schon immer experimentell ausgerichtet. Es wäre
viel zu kostspielig, wenn man alle Versuchsapparaturen auswärts fertigen
müßte", erklärt Dreckmann. Schon seit Gründung der Uni gibt es die Werkstatt
der Psychologen. Früher noch bei den Ingenieuren ansässig, findet man
sie heute im Flachbereich GA (GAFO). In drei Bereiche ist sie aufgeteilt:
Schreinerei, Elektronik und Mechanik. Insgesamt arbeiten dort sechs Festangestellte
und fünf (ab September sieben) Auszubildende. Wer jetzt meint, dass die
Arbeit in der Werkstatt nur Männerarbeit sei, der hat sich gewaltig geirrt.
Es gibt immer ein bis zwei Mädchen unter den Auszubildenden.
Die Ausbildung an der Uni verläuft wie jede andere Ausbildung in der freien
Wirtschaft auch. Die Azubis haben einen Tag Berufsschule, einen halben
Tag Werkstattunterricht in der Uni und arbeiten dann dreieinhalb Tage
in der Werkstatt. Vor allem selbständiges Arbeiten verlangt Dreckmann
von seinen Auszubildenden. "Wir sind voll ausgelastet. Wenn wir noch Zeit
haben, übernehmen wir aber auch gern Arbeiten von anderen Fachbereichen
und Fakultäten. Hier wird keiner zurückgewiesen", versichert der Werkstattleiter.
So hat die Werkstatt für Psychologie schon ganze
Labore für die Mediziner gebaut. Meistens sind es aber viele kleinere
Arbeiten, die anfallen, wie z.B. Regale, Rollcontainer für Overhead-Projektoren
oder Reparaturen. Auch RUBENS hat die Arbeit der Werkstatt
schon in Anspruch genommen. Zusammen mit dem AkaFö hatte die Pressestelle
kürzlich Zeitschriftenhalter für die Studentenwohnheime herstellen lassen.
Das bisher größte Projekt war eine akustische Kammer für Versuche der
Psychologen. "Wir haben damals einen freistehenden Stuhl gebaut, der auf
einem Drahtgestell befestigt war. Es gab daran eine spezielle Halterung
für den Kopf, um die verschiedene Lautsprecher angebracht waren. Die Versuchspersonen
sollten später mit einem Laserpointer in die Richtung strahlen, aus der
Töne kamen. Die Ergebnisse wurden schließlich elektronisch aufgenommen
und ausgewertet", erzählt Dreckmann.
Auch in der Werkstatt ist die technische Entwicklung nicht stehengeblieben.
Es wird viel mit Computern gearbeitet. So gibt es eine computergesteuerte
CNC-Fräsmaschine, die eine 3D-Bearbeitung möglich macht und Teile mit
komplizierten Konturen fertigen kann. Insgesamt sind in der ca. 320 qm
großen Werkstatt von der Drehmaschine bis hin zur Formatkreissäge alle
Maschinen vorhanden, die man für Holz-, Elektronik- und Mechanikarbeiten
braucht. Für den jeweiligen Auftraggeber entstehenden nur die Materialkosten.
Es lohnt sich also, dort etwas bauen zu lassen. Und: Jede Anfertigung
ist ein Unikat.
Claudia Wessolly
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Infos & Kontakt: Willy Dreckmann, Tel.: (0234) 32-22442, Fax: (0234)
32-14390, E-Mail: willy.dreckmann@ruhr-uni-bochum.de; Öffnungszeiten:
Mo/Di: 7.15-15.45, Mi-Fr: 7.15-15.15 h
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