Flaute im Mensafoyer
   
  Andauernder Umbau behindert Geschäfte
 
  In der letzten Ausgabe von "bed & breakfast" wirbt das AkaFö mit seiner "Shopping-Mall" im Mensafoyer. "Im Mensafoyer werden die unterschiedlichen Konsumwünsche befriedigt, vom Tante Emma Laden über den ausgewählten Buchhandel bis zum entspannten Kaffee zwischendurch", heißt es da. Die Fotos zeigen satte Angebote - wenn nur mehr Menschen zu sehen wären.
Doch auf Grund der über einjährigen Mensasanierung lassen sich immer weniger blicken. Das finden jedenfalls die Betreiber der zahlreichen Ladenlokale und klagen über drastische Geschäftseinbußen. Deshalb richteten sie geschlossen im März einen Brief an das Staatliche Bauamt in Bochum, das zur Kenntnisnahme auch an den Geschäftsführer des AkaFö, Jürgen Graf, ging. Darin heißt es, dass sich der Umbau "alles andere als geschäftsfördernd" auswirkte. Weiterhin wird die mangelhafte Koordination zwischen Staatshochbauamt, AkaFö und den Betreibern beklagt. Hermann Schregel vom Uni-Buchladen: "Wir wurden nicht über anstehende Maßnahmen in Kenntnis gesetzt. Mitten in der Hauptgeschäftszeit rasselt der Presslufthammer. Obwohl Vermieter, setzt sich das AkaFö nicht gegen das Staatliche Bauamt durch. Im Gegenteil. In der Antwort des Staatlichen Bauamtes schreibt der Amtsleiter Gerhard Wilke, dass seine ‚Mitarbeiter keine Baumaßnahme durchführen, die nicht von der Universität veranlasst, mit dem AkaFö abgestimmt und mit dem technischen Leiter vor Ort koordiniert ist.'"
Ulrike Klönne vom Geschenkartikelgeschäft "Tutti Frutti": "Uns wurde gesagt, dass der Umbau nur vier Wochen dauern soll. Aber man ist jetzt noch nicht fertig. Und wie es aussieht, kommt die richtige Mensasanierung erst noch. Es laufen keine AkaFö-Anstrengungen, die eigene Cafeteria im Foyer interessant zu machen. Es wäre gut, wenn hier eine Pizzeria hinkäme. Kaffee bekommt man nach 14 Uhr nur noch im Café Seeblick." Uli Mutterer, Büroleiterin des Reisebüros Sta Travel ergänzt: "Obwohl wir eine weltweite Firma mit Internet-Auftritt sind und man uns kennt, hatten auch wir im letzten Jahr umbaubedingte Einbußen. Ein Mensazugang ist immer noch nicht direkt erreichbar. Das AkaFö tut nichts zur Verbesserung der Situation. Unsere Kundschaft hat keine Möglichkeit, ab zwei Uhr in der Cafeteria Kaffee zu bekommen. Ich wundere mich: In allen Unistädten, in denen wir vertreten sind, haben die Mensen länger auf, einige sogar abends. Nur nicht in Bochum."
Das AkaFö nimmt solche Klagen ernst, weil es weiß, dass sein Ruf als Servicebetrieb auf dem Spiel steht und sich die Mieteinnahmen für die 10-Jahres-Pachtverträge sehen lassen können. Immerhin kosten fünf Tage Café Seeblick bei einer monatlichen 80-Stunden-Nutzung 1.000 DM. Der Vermieter kam den Betreibern deshalb schon entgegen und minderte die Mieten von 1999 rückwirkend um 10%. "Auch in diesem Jahr werden wir die Miete um 10 % mindern, in Einzelfällen sogar mehr", so Manuela Hildebrand von der AkaFö-Pressestelle.
Trotzdem - das Vertrauen liegt in Scherben. Auch Amtsleiter Wilke bedauert dies im Antwortschreiben, gibt sich aber gleichzeitig überrascht und schiebt das Kommunikationsdefizit auf "beauftragte Firmen", die sich "nur unzureichend an getroffene Absprachen bezüglich der Termine, Arbeitsabläufe sowie der Verpflichtung zur Information vor Ort halten." Die Pachtverträge der Betreiber werden im Jahr 2002 auslaufen. Dann soll auch die Lüftung an der Decke der Shops erneuert werden - angeblich habe die laut eines internen Tipps vom AkaFö sowieso nie funktioniert. Das Mensafoyer soll dann drei Monate geschlossen werden. Buchhändler Hermann Schregel: "Wenn ich zumache, dann brauche ich erst gar nicht mehr wieder auf zu machen." Wenn so das Mensafoyer leer gefegt wird - womit will dann das AkaFö in Zukunft seine Shopping-Mall preisen? tas
   
   
   
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01.06.2000