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Seit Oktober 99 studiert Martina Monsees an der RUB Germanistik, Anglistik
und Pädagogik. Um nach Bochum zu kommen, kehrte sie ihrem Heimatdorf bei
Bremerhaven den Rücken. Der ausschlaggebende Punkt für diese Entscheidung:
Radio c.t., das erste und damals einzige Campusradio in Deutschland. Mit
Monsees sprach Meike Drießen.
Martina, du bist wegen Radio c.t. an die RUB gekommen. Wie kam es dazu?
Dass ich später mal beim Radio arbeiten wollte, war mir schon lange klar.
Das Schulpraktikum in der 9. Klasse habe ich bei der Bremerhavener Zweigstelle
von Radio Bremen absolviert, das waren damals nur zwei Wochen. Aber schon
war ich dem Medium verfallen. Meine spätere freie Mitarbeit beim Sportteil
der "Nordseezeitung" wurde mir schnell langweilig. Seitdem weiß ich, dass
ich nicht nur schreiben will. Radio ist lebendiger und aufregender. Nach
dem Abi habe ich mich also auf die Suche nach Möglichkeiten gemacht, zum
Hörfunk zu kommen. Zuerst gab es nur Absagen: Praktika erst nach Studienbeginn,
Studienbeginn nur mit Praktika, das war ganz schön frustrierend. Dann
habe ich Radio c.t. entdeckt: Kontinuierliche Mitarbeit während eines
Studiums - perfekt. Ich habe bei c.t. sofort ein
Praktikum bekommen und bleibe jetzt dabei.
Was sind deine Aufgaben bei c.t.?
Ich bin meist den ganzen Donnerstag von 10 bis 22 Uhr in der Redaktion,
manchmal auch schon bei "Halbschlaf" von 7 Uhr an. Das ist ganz schön
stressig, und Geld gibt es natürlich nicht - es kostet sogar noch: 60
Mark im Jahr für den Förderverein. Aber es macht Spaß, und man lernt eine
Menge: wie man Nachrichten schreibt, welche Quellen man dafür benutzen
darf, wie man Beiträge macht, z. B. Termine vereinbaren, Originaltöne
aufnehmen, zu Pressekonferenzen gehen, Telefoninterviews machen, und das
ganze auch noch auf höchstens drei Minuten Länge zu kürzen. Außerdem lerne
ich die Technik kennen, z. B. am Computer zu schneiden. Am Wochenende
gibt es Workshops für die richtige Sprechtechnik und Moderation. Im Moment
bin ich noch Co-Moderatorin. Außerdem höre ich den ganzen Tag Radio -
absolute Stille kann ich gar nicht haben, und vielleicht kann ich ja noch
was davon lernen.
Wie lauten deine Ziele für die Zukunft?
Monsees: Erst mal möchte ich so viel wie möglich während des
Studiums beim Radio lernen. In den Semesterferien mache ich ein Praktikum
bei Radio FFN in Hannover, und ich werde mich für alle folgenden Ferien
weiterhin bei Sendern bewerben. Mein größter Wunsch ist es, später als
fest angestellte Moderatorin und Redakteurin beim Radio zu arbeiten -
egal wo, ich bin ganz flexibel. Zum Fernsehen würde ich natürlich auch
nicht nein sagen, aber Radio ist weniger aufdringlich und lockerer. So
ganz genaue Vorstellungen habe ich aber noch nicht, immerhin muss ich
ja noch mindestens vier Jahre studieren.
Fühlst du dich in Bochum und an der RUB schon zu
Hause?
Ich mag Bochum gerne - meine Freunde von Zuhause sind ganz neidisch auf
mich, weil ich jetzt in der Großstadt bin, und sie wollen mich alle besuchen.
Aus meinem Dorf wollte ich auch unbedingt weg, musste mal was Neues sehen.
Hier gibt es unheimlich viele Möglichkeiten, z. B. abends wegzugehen.
Die Ruhr-Uni finde ich gar nicht so schlecht. Wenn
ich ehrlich sein soll: Die Bremer Uni ist noch betoniger ... Mittlerweile
habe ich hier auch schon einen Freundeskreis. In der Uni, im Wohnheim
und bei c.t. lernt man ja schnell Leute kennen.
Kontakt c.t.
Momentan gehören rund 90 Studierende aller Fachrichtungen zum Team
von Radio c.t.; Nachwuchs ist gleichwohl immer willkommen; Kontakt: Tel.
9719081, Fax: 9719082, E-Mail: info@radioct.de
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Expertise über c.t.
Seit zweieinhalb Jahren sendet Radio c.t., Deutschlands erstes Campusradio
mit eigene Frequenz (96,9), und bietet dem studentischen Ohr eine bunte
Mischung aus Musik und Fakten aus dem Unileben. Parallel zu den ersten
Schritten von c.t. haben Bettina Dürhager M.A., Thomas Quast M.A. und
Prof. Franz R. Stuke (Sektion für Publizistik und Kommunikation der RUB)
eine Studie durchgeführt, die von der Landesanstalt für Rundfunk (LfR)
und dem Wissenschaftsministerium (MSWWF) in Auftrag gegeben wurde. Die
Autoren gehen der Frage nach, ob und inwieweit c.t. eine Modellfunktion
für andere Campusradios besitzt und welche Bedeutung ein eigenständiges
Medium für die Kommunikation auf dem Campus hat. Die Studie bestätigt
die Vorbildfunktion von c.t. für die nachfolgenden Studentenradios, da
es seine Vitalität und Funktionsfähigkeit bewiesen habe und breite Akzeptanz
unter den Hörenden fand. Der Unisender optimiert das Mediotop RUB und
ist laut Expertise auch international konkurrenzfähig. Resultat solchen
Erfolgs soll die Entwicklung neuer Formen multimedialer Hochschulkommunikation
wie die Entwicklung eines bundesweiten Hochschulrundfunks oder Hochschulfernsehens
sein. tas
Dürhager/Quast/Stuke: Campus Radio. Innovative Kommunikation für die
Hochschule. Das Modell Radio c.t.; Schriftenreihe Medienforschung der
LfR, Bd. 34, 198 S., Leske + Budrich, Opladen 2000.
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