Top Jobs nicht für Frauen
   
  Workshop mit Expert/innen
 
 

Top-Job-Frauenmessen hin und her: Solche euphemistischen Namen suggerieren, dass es Frauen so weit wie Männer bringen. Weit gefehlt. Zumindest sprechen die Forschungsergebnisse der emeritierten Soziologin Prof. Joan Acker eine andere Sprache. Nach einer aktuellen Untersuchung der derzeitigen Gastprofessorin des Marie-Jahoda-Lehrstuhls für Internationale Frauenforschung verdienen die Frauen durchschnittlich 7,5 Dollar stündlich. Sie beziehen nur etwa 73 % des Einkommens der Männer. Sie haben zwar hochtrabende Berufsbezeichnungen wie "Manager", organisieren aber für 8 Dollar den Mitarbeiter/innenstab der Nachtschicht. Dank der amerikanischen "Jobmaschine" fanden sie Arbeit, sind aber weiterhin abhängig von (Ehe)Partner und Sozialmarken fürs Essen. Billigjobs auch bei Akademikerinnen sind längst keine Seltenheit mehr.
Im Juni leitet Acker den Expert/innen-Workshop zu Lohnungleichheit in der EU, ein gemeinsames Vorhaben von RUB, DFG-Projekt "Hierarchie und Geschlecht" und Hans-Böckler-Stiftung. Er wird zeigen, wie weit die deutsch-europäische Wirklichkeit vom amerikanischen Trauma entfernt ist. tas
Termin: 21. Juni, 10-17 h, Sozialforschungsstelle Dortmund, Evinger Platz 17; Infos: Dr. Paula Irene Villa, Tel. -22986, E-Mail: Paula.Villa@ruhr-uni-bochum.de

Aktueller Lesetipp
Auf der Grundlage eines sozial-konstruktivistischen Ansatzes zeigt Lorber in Praxis die Unterschiede zwischen Frauen und Männern, zwischen Hetero- und Homosexuellen auf. "Gender" wird als soziale Basisinstitution verstanden, die ähnlich wie Familie, Ökonomie und Religion das soziale Leben prägt. tas
Judith Lorber: Gender-Paradoxien, Opladen:Leske + Budrich, 1999. Reihe Geschlecht und Gesellschaft, Bd. 15, hg. v. Ilse Lenz u.a., 494 S., DM 48.

   
   
   
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01.06.2000