Besuch aus Sevilla
   
  Zusatzqualifikation Spanien
 
  Hohen Besuch aus Spanien bekam Anfang April der Lehrstuhl für Romanische Philologie, insbesondere iberoromanische Literatur (Prof. Manfred Tietz). Im Rahmen der von der Lehrstuhlmitarbeiterin Monika Moennig ins Leben gerufenen und betreuten "Fachsprachlichen und landeswissenschaftlichen Zusatzqualifikation Spanien für Studierende der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften" dozierte Prof. Dr. Luis Palma Martos eine Woche lang an der RUB.
Prof. Palma, Prodekan für Internationale Beziehungen der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universidad de Sevilla, leitete - auf Spanisch - das Kompaktseminar "Einführung in die spanische Volkswirtschaft (Introducción a la Economia Espanola"). Täglich von 9.30 bis 13.30 Uhr gab er in GB 7/132 einen Einblick in die Probleme und Strukturen der spanischen Volkswirtschaft. Die Übung war für Studierende der Wirtschaftswissenschaften konzipiert sowie für Studierende der Philologie, die an der kürzlich eingerichteten Zusatzqualifikation Spanien (Wirtschaftssystem) teilnehmen.
Prof. Palma hatte den Kompaktkurs in drei Blöcke eingeteilt. Zunächst erläuterte er die wirtschaftliche Entwicklung Spaniens zwischen 1830 und heute und wies darauf hin, dass Spaniens Weg - anders als vielfach angenommen - stets eng mit dem des restlichen Europas verbunden gewesen ist. Im zweiten Block referierte Palma über die aktuelle wirtschaftliche Situation Spaniens, sprach über den Arbeitsmarkt, über Erziehung, Ausbildung, Forschung, über die Konsolidierung der Wirtschaft und die damit verbundene Teilnahme Spaniens am EURO. Im dritten Block schließlich stand die Weltwirtschaft im Mittelpunkt und die Rolle Spaniens bzw. Europas.
Für die philologischen Kursteilnehmer/innen, das wurde Palma recht schnell klar, war beinahe alles absolutes Neuland, die Wiwis im Kurs hatten zumindest allgemeine wirtschaftliche Vorkenntnisse, die spezielle spanische Situation war jedoch auch ihnen weitgehend fremd.
Da erscheint es umso wichtiger, dass im Rahmen der Bochumer Zusatzqualifikation regelmäßig Kurse dieser Art statt finden (siehe auch RUBENS 18 und RUBENS 33). Schließlich sind es bekanntlich gerade diese fachübergreifenden Kenntnisse und Fähigkeiten, die später im Berufsleben gefragt sind. Genau hier setzt das Konzept der Zusatzqualifikation an: Wiwis und Juristen werden in Spanisch und Spanien fit gemacht; Hispanisten erhalten eine Einführung in die Wirtschaftswissenschaft. Entsprechend gut nachgefragt sind die Veranstaltungen. Beim Kurs von Prof. Palma nahmen 25 Studierende teil, zur Hälfte Wiwis bzw. Philologen. Ähnliche Seminare organisiert Monika Moennig in jedem Semester. Regelmäßig kommen spanische Dozent/innen aus Wissenschaft und Praxis an die RUB, die den Bochumer Studierenden Landeskunde aus erster Hand bieten. Mal steht das spanische Rechtssystem im Mittelpunkt, mal, wie beim Kurs von Prof. Palma, die spanische Wirtschaft. ad
 

 

Interview: Eindrücke
Wir nahmen natürlich die Gelegenheit wahr und befragten Prof. Dr. Luis Palma Martos nach seinen Eindrücken in Deutschland. Obwohl sein Koffer schon gepackt im Büro stand, nahm er sich - offensichtlich gerne - die Zeit. Monika Moennig war so freundlich, Fragen und Antworten zu übersetzen.

Senor Palma, wie hat Ihnen Bochum gefallen?
In Bochum, also in der Innenstadt, war ich nur an einem Tag. Meine Kollegen hier waren so freundlich, mich herum zu führen. Ich denke, Bochum ist eine typische mittelgroße deutsche Stadt. Sehr sympathisch. Was vielleicht fehlt, sind große Monumente und Attraktionen. Das Bergbaumuseum ist wohl solch eine Attraktion, aber das war leider schon geschlossen, als wir hinein wollten.

Und was halten Sie von der Ruhr-Uni?
Ästhetisch ließe sich vielleicht noch etwas verbessern. Sehr schön ist allerdings der Botanische Garten. Ansonsten ist die Uni sehr gut organisiert und aufgeteilt. Wirklich gut. Ein Grund mehr, die Kontakte zwischen Bochum und Sevilla auszubauen ...

Welche Kontakte bestehen denn bereits?
Die zum Romanischen Seminar natürlich und darüber hinaus zu den Bochumer Wirtschaftswissenschaftlern. Beides wird demnächst intensiviert. Außerdem werden im Bereich der Ingenieurwissenschaften Kooperationen beginnen. Die Zusammenarbeit soll stets den Austausch von Studierenden und Wissenschaftler/innen beinhalten.

Apropos Studierende: Was erwartet denn Bochumer Studierende, wenn Sie zu Ihnen nach Sevilla kommen?
Da müssten Sie die Studierenden fragen, die bereits bei uns waren! Die hätten nur Positives zu berichten. Im Ernst: Sevilla ist eine sehr gastfreunliche Stadt, die Fremde schnell integriert. Unsere Uni zählt zu den fünf besten in Spanien, insbesondere in Jura und BWL. Und die Mitglieder vom European Student Network sorgen dafür, dass sich unsere Gäste rasch heimisch fühlen in Sevilla und an unserer Uni.

Infos
Wer gerne mehr über die Studienmöglichkeiten in Sevilla (oder überhaupt im Ausland) erfahren möchte, wendet sich an den ERASMUS-Beauftragten seines Fachbereichs. Bei den Romanisten ist dies Jürgen Niemeyer (32-22629), bei den Wirtschaftswissenschaftlern Gabriele Bäcker (32-27400). Über die "Zusatzqualifikation Spanien" informiert Monika Moennig (32-25035).

   
   
  Ihre Meinung ist gefragt! Schreiben Sie uns einen Leser(innen)brief!
zurückblättern zur Themenübersicht weiterblättern

01.05.2000