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Das Projekt wurde anfänglich als "Happening", "Spektakel" oder "wunderbare
Idee" bezeichnet. Nun ist es bereits auf dem Weg, Tradition zu werden:
Der 1. GEO-Tag der Artenvielfalt fand 1999 bei Lübeck statt. Ziel
des Projektes war es, an einem Tag in einem begrenzten Areal alle sichtbaren
Pflanzen und Tiere zu erfassen und zu bestimmen.
Die wesentlichen Überlegungen, die dahinter standen, waren
vielfältiger Natur: Die Diskrepanz zwischen Umweltinteressen einerseits
und Nichtwissen unserer direkten Umwelt andererseits sollte überwunden
werden. Zudem sollte das Interesse an der auch vor unserer Haustür vorhandenen
Natur geweckt, der Naturentfremdung von Kindern und Jugendlichen entgegengewirkt
und eine breitere Wissensgrundlage für Diskussionen im Umweltschutz und
Artenschutz - auch für Laien - geboten werden.
In dem ca. zwölf Quadratkilometer großen Areal an der Wakenitz wurden
am 4. Juni 1999 von 102 Wissenschaftlern 2.066 verschiedene Pflanzen und
Tierarten bestimmt, die meisten noch vor Ort am gleichen Tag.
Der 2. GEO-Tag der Artenvielfalt wird am 3.6.2000 in der Schweiz stattfinden,
aber GEO und die Gesellschaft für Biologische Systematik haben zu zahlreichen
Aktionen vor Ort aufgerufen. Es haben sich bei GEO bereits weit über 100
Institutionen, Schulen und Privatleute gemeldet, die sich mit Biotopen
aus ihrer Umgebung beschäftigen wollen.
Die RUB beteiligt sich ebenfalls mit einer größeren
Gruppe von Botanikern und Zoologen (Spezielle Botanik und Geobotanik,
Spezielle Zoologie sowie Externe). Da die RUB zentral in eine Landschaft
eingebettet ist, die jahrzehntelang vom Bergbau geprägt wurde, bietet
es sich an, eine aufgelassene Zeche und ihre Umgebung
näher zu untersuchen. Viele dieser ehemaligen Zechengelände
wurden rekultiviert oder sind "der Natur überlassen".
Wir haben für unser Projekt einen sehr heterogenen Bereich an den Stadtgrenzen
Herne/Gelsenkirchen/Recklinghausen herausgesucht: den Emscherbruch. Das
zu untersuchende, ca. fünf Quadratkilometer große Gebiet umfasst ein neu
ausgewiesenes Naturschutzgebiet (um den Ewaldsee) mit einem ursprünglichen
Bachlauf, Überschwemmungsregionen, Waldarealen und Seeufer. Weiterhin
liegt in dem Untersuchungsgebiet eine rekultivierte Halde.
Für diese Areale liegen bereits ältere Untersuchungen vor, vor allem Bestandsaufnahmen
der Pflanzen und der Wirbeltiere. Untersuchungen zur Artenvielfalt der
Wirbellosen-Fauna sind so gut wie nicht vorhanden. Die im Juni ermittelten
Daten, über die GEO berichten will, können mit den bereits vorhandenen
Daten verglichen und so Sukzessionsprozesse beschrieben werden.
Weiterhin können die Daten langfristig als Grundlage fürs Errichten standortgerechter
Biotope mit hoher Artenvielfalt auf ehemaligen Zechengeländen und ihrer
Umgebung dienen. Die Zusammenarbeit mit den betroffenen Unteren Landschaftsbehörden
Gelsenkirchen und Recklinghausen ist bereits gesichert. GEO zeigt sich
sehr interessiert am Projekt, an dem sich knapp 30 Wissenschaftler/innen
aus Bochum, Essen und Bielefeld beteiligen wollen. Dr. Heike Wägele
Kontakt für Interessierte: Heike.Waegele@ruhr-uni-bochum.de
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