RUB zweimal vertreten
   
  BMBF bewilligt Kompetenzzentren
 
  An der RUB entsteht demnächst das "Kompetenzzentrum Medizintechnik Ruhr" (KMR). Der Antrag einer Gruppe von Wissenschaftler/innen unter Federführung von Prof. Helmut Ermert (Institut für Hochfrequenztechnik) und Prof. Peter Altmeyer (Direktor der Dermatologischen Uniklinik im St. Josef-Hospital - Klinikum der RUB) ist vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) positiv beschieden worden. Das BMBF gab die insgesamt acht Sieger (aus 56 Skizzen und zuletzt 14 Anträgen) des Wettbewerbs "Kompetenzzentren für Medizintechnik" Anfang April bekannt. Für die Einrichtung des KMR in Bochum bewilligte das BMBF 7,5 Mio. DM. Weitere Fördermittel wird die Industrie beisteuern.
Das KMR hat sich zum Ziel gesetzt, neue Bild gebende Verfahren zu entwickeln, um Krebs sowie andere Erkrankungen früher zu erkennen und besser diagnostizieren zu können. Das Zentrum geht hervor aus dem interdisziplinären Arbeitskreis Biomedizinische Technik (AK-BMT), der seit Jahren Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Medizintechnik in Bochum eng verzahnt hat. Diesem Arbeitskreis gehören zahlreiche Wissenschaftler aus den Ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten und der Medizinischen Fakultät der RUB an.
Mit eingebunden an das KMR werden die Kliniken der RUB, das auf dem Campus angesiedelte Technologiezentrum Ruhr (TZR) sowie die in ihm und im weiteren Umfeld der RUB existierenden medizintechnischen Unternehmen, Institute, Dienstleister und Kostenträger.
Bereits seit Jahren haben sich Bochumer Wissenschaftler in enger Kooperation mit der Industrie eine große international anerkannte Kompetenz in der Medizintechnik, speziell in Bild gebenden Verfahren der Diagnostik und Früherkennung von Hautkrebs erworben. Daher ist die Aufbauphase des KMR vom thematischen Schwerpunkt der medizinischen Ultraschalltechnik bestimmt.
Neben der Hochfrequenzsonographie wird die in Bochum entwickelte Echtzeit-Elastographie eine besondere Rolle spielen, die Gewebeverhärtungen ("Knoten", "Plaques" etc.) ergänzend zum "normalen" Ultraschall in Bildern visualisiert und bei ersten klinischen Erprobungen bereits zu ermutigenden Ergebnissen geführt hat. Außerdem soll die vorhandene Kompetenz auf dem Gebiet der "Computer Vision" (Bildanalyse, Neuronale Netze) für neuartige Konzepte bei der Ultraschallabbildung genutzt werden.
Die Partner des geplanten Zentrums aus angewandter Forschung, Wirtschaft, Gesundheitswesen, Gründungsberatung und -finanzierung sind bereits vorhanden und kooperieren miteinander. Das einzurichtende Zentrum wird diese Kooperation verstärken und so bewirken, dass unter Wahrnehmung von Möglichkeiten des Qualitätsmanagements den Besonderheiten des Fachgebietes, des Marktes und der Gesetzgebung Rechnung getragen und damit die gesamte Wertschöpfungkette von Lehre und Forschung bis zur Vermarktung und Anwendung auf dem Gebiet der Medizintechnik besonders wirkungsvoll genutzt wird. Das BMBF hat damit bewusst Bochum zum zentralen Deutschen Forschungsschwerpunkt für die Entwicklung moderner Ultraschalltechnik gemacht.
Die RUB ist übrigens an einem weiteren Sieger des Wettbewerbs "Kompetenzzentren für Medizintechnik" beteiligt. Am mit 7 Mio. DM geförderten Projekt "TELTRA Traumatologie" forschen neben Mediziner/innen aus Karlsruhe auch Mitarbeiter/innen der Chirurgischen Klinik des Bergmannsheil - Klinikum der RUB). jk
   
   
   
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01.05.2000