Forschungsprojekt Las Vegas
   
  Exkursion ins Spielerparadies
 
  "Learning from Las Vegas" - unter diesem Motto steht das Forschungsprojekt von Prof. David Galloway, (Lehrstuhl für Amerikastudien). Zusammen mit elf Studenten verbrachte er im Februar eine Woche in Las Vegas.
Lernen - ja was denn nur? Diese Frage stellte sich nicht für die Sponsoren der Forschungsreise, "WestSpiel Casinos". Für die Spielbankbetreiber ist die Vorbildfunktion von Las Vegas bei Spiel- und Erlebniswelten unumstritten.
Das Uniprojekt, das sich zurzeit in der Auswertung befindet, dient als Planungshilfe für die Errichtung eines neuen Kasinos. Die Studenten untersuchen das Gesamtkonzept Las Vegas. Die Projektthemen lauten z.B. "Internetpräsentation", "Kasinogestaltung" oder "Restaurantlandschaft". Sie wurden von den Studierenden selbst ausgewählt. Das Hauptseminar zu Las Vegas sowie der permanente Informationsaustausch im ebenfalls von Prof. Galloway als Projektworkshop durchgeführten Oberseminar erwiesen sich als sehr hilfreich.
Nur eine Woche in Las Vegas, diverse geplante Interviewtermine, die Vielzahl von Kasinohotels - alle waren nervös, ob die Zeit reichen würde. Der Terminplan für die ersten beiden Tage war bereits vorbestimmt. Dem MGM Grand Kasinohotel, unserem "Zuhause" in Las Vegas, war der erste Tag gewidmet. Das MGM Grand ist "grand" in allen Bereichen: 5.005 Zimmer und der größte Kasinobereich der Welt. Ein Las Vegas Kasinohotel besteht aber nicht nur aus Spielbank und Hotel, sondern man findet man u.a. Restaurants in allen Preisklassen, Einkaufspassage, Kongresszentrum, Veranstaltungshallen sowie eine Hochzeitskapelle.
Die morgendliche Führung durch die öffentlich zugänglichen Bereiche wurde abends ergänzt durch eine "back-stage tour", die mit einer Einladung zum hoteleigenen Buffet ausklang. Unterbrochen wurde dies durch ein Vortragsforum, zu dem Kathleen Regan, unsere Verbindungsperson beim MGM Grand, Vertreter der Kasinobereiche, die für unsere Themen interessant waren, eingeladen hatte. Das stellte für viele von uns bereits eine gute Basis für die Projektarbeiten dar.
Der nächste Tag führte uns zur University of Nevada. David Dickens, Professor der Soziologie, hatte ein ganztätiges Programm erstellt. Nach einer Campusführung nahmen wir an seinem Doktorandenkolloquium teil. Die Chance zum Informationsaustausch mit den amerikanischen Studenten, die fast ausschließlich Themen über Las Vegas bearbeiten, wurde begeistert genutzt und gab vielen von uns neue Perspektiven nicht nur für die eigenen Projekte, sondern auch, spätestens beim gemeinsamen abendlichen Kneipenbesuch, hinsichtlich des "normalen" Lebens in der Millionenstadt.
Der Rest der Woche blieb uns, um die im Vorfeld oder vor Ort individuell abgestimmten Termine wahrzunehmen und um Las Vegas zu erkunden. Ein Großteil der Zeit wurde genutzt, um die Themen-Kasinohotels zu erleben: Paris, Venedig, Ägypten, Mittelalter oder Antike. Gleich ist überall die Geräuschkulisse: das Klingeln und die musikalische Untermalung der Spielautomaten, das Rasseln der Münzen, die als murmelnder Begleiter ständig vorhandene Unterhaltung der anderen Besucher, der Lärm der Videoarkaden etc.
Die Animation ist allgegenwärtig, und so kritisch man dem auch gegenüberstehen mag, die Atmosphäre zieht einen in ihren Bann. So haben wohl auch fast alle von uns den einen oder anderen Dollar den lockenden Spielautomaten zukommen lassen. Alles in allem war es "grand", und wir können nur sagen, dass sich das "Lernen vor Ort" wirklich gelohnt hat. Viva Las Vegas! Ingrid Eumann
   
   
   
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01.04.2000