Lesefrühling
   
  Neue Bücher
 
 

Zusammen mit dem Frühling beginnt ausgerechnet das neue Semester und deckt alle Unimitglieder mit Arbeit ein. Vielleicht bleibt dennoch Zeit für den Blick über den Tellerrand der RUB, z. B. mit Hilfe der Literatur. Schließlich beschäftigen sich Schriftsteller häufig mit Campus und Forschung, gerne avanciert zudem ein Lehrender zum Autoren. RUBENS wagt einen Ausblick auf die einschlägigen Neuerscheinungen im Frühling.
Der Niederländer A. F. Th. van der Heijden zählt zu den fleißigsten Dichtern seines Landes. Seit einigen Jahren und Büchern erzählt er die autobiographisch angehauchte Geschichte des Albert Egbert. Im zuletzt erschienenen Werk "Fallende Eltern" (RUBENS 31) beschrieb van der Heijden den Studenten Albert. Jetzt erfahren die deutschen Leser/innen im Roman "Das Gefahrendreieck" die Vorgeschichte. Gezeichnet wird Alberts Weg vom kleinen Jungen zum Studenten.
A. F. Th. van der Heijden: Das Gefahrendreieck. Suhrkamp, Frankfurt 2000. 544 S., DM 49,80.

Ariel Dorfman lehrt Literatur an der Duke University (USA). Da ihn dies offenbar nicht ausfüllt, ist er zudem literarisch tätig. U. a. verfasste er das Drehbuch zu Roman Polanskis "Der Tod und das Mädchen". Jetzt legt er den Roman "Cristóbals Sohn und die Reise des Eisbergs" vor. Vater und Sohn machen sich auf zum Südpol, um einen Eisberg zu bergen. Der soll als Symbol für Chiles junge Demokratie zur Weltausstellung nach Sevilla gebracht werden.
A. Dorfman: Cristóbals Sohn und die Reise des Eisbergs. Europa, Hamburg 2000, 496 S., DM 48,50.

Unentschieden endete anno 1809 die Schlacht bei Aspern und Eßling. Dennoch war der 30 Stunden währende Kampf zwischen Franzosen und Österreichern ein Gemetzel: 40.000 Tote, 11.000 Verwundete. Historiker erkennen hier den Beginn des Niedergangs Napoleons. Patrick Rambaud erzählt "Die Schlacht" in Romanform und greift dabei größtenteils auf historische Persönlichkeiten zurück. Den Franzosen hat es gefallen. Über 600.000 mal wurde dort das Buch verkauft und mit Preisen überhäuft.
P. Rambaud: Die Schlacht. Insel, Frankfurt 2000, 320 S., DM 48.

Einen anderen Schrecken thematisiert das mit einem Vorwort des Bochumer Historikers Hans Mommsen versehene Buch "KZ der Gestapo". Es basiert auf der Erkenntnis, dass neben dem KZ-System und der ordentlichen Justiz ein dritter Pfeiler der nationalsozialistischen Unterdrückung existierte: die Arbeitserziehungslager. Sie beschreibt die RUB-Absolventin Gabriele Lotfi, die erstmals Sinn und Zweck dieser Lager wissenschaftlich nachweisen konnte.
G. Lotfi: KZ der Gestapo. DVA, Stuttgart 2000, 400 S., DM 49,80.

Gute Romane über die alte Heimat unserer Uni sind rar. Umso erfreulicher, dass der in Oberhausen aufgewachsene Ralf Rothmann nun ein solches Buch vorlegt. In "Milch und Kohle" porträtiert er aus Sicht des 15-jährigen Simon das Revier in den Sechzigern. Szene an Szene reiht er, schildert eindringlich die ärmlichen Verhältnisse, in denen die Familie lebt: den unter Tage arbeitenden Vater, die verschwenderische, lebenslustige Mutter, den labilen Bruder, den aufbegehrenden Freund, die Mädchen und die Musik. All das geschieht vor einer "intakten" Zechenkulisse mit Fördertürmen, Backsteinsiedlungen und schmutziger Luft.
R. Rothmann: Milch und Kohle. Suhrkamp, Frankfurt 2000. 216 S., DM 36.
ad

 

 

Das Buch "Die Schlacht" verlosen wir unter allen, die uns bis zum 18.4.2000 eine Postkarte schicken: Redaktion RUBENS, Pressestelle der RUB, 44780 Bochum; Stichwort ist die Antwort auf folgende Frage: "Unter welchen Telefonnummern sind die neuen Arbeitsmediziner der RUB zu erreichen?"

   
   
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01.04.2000