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Zusammen mit dem Frühling beginnt ausgerechnet das neue Semester und
deckt alle Unimitglieder mit Arbeit ein. Vielleicht bleibt dennoch Zeit
für den Blick über den Tellerrand der RUB, z. B. mit Hilfe der Literatur.
Schließlich beschäftigen sich Schriftsteller häufig mit Campus und Forschung,
gerne avanciert zudem ein Lehrender zum Autoren. RUBENS wagt einen Ausblick
auf die einschlägigen Neuerscheinungen im Frühling. Ariel Dorfman lehrt Literatur an der Duke University (USA). Da ihn dies
offenbar nicht ausfüllt, ist er zudem literarisch tätig. U. a. verfasste
er das Drehbuch zu Roman Polanskis "Der Tod und das Mädchen". Jetzt legt
er den Roman "Cristóbals Sohn und die Reise des Eisbergs" vor. Vater und
Sohn machen sich auf zum Südpol, um einen Eisberg zu bergen. Der soll
als Symbol für Chiles junge Demokratie zur Weltausstellung nach Sevilla
gebracht werden. Unentschieden endete anno 1809 die Schlacht bei Aspern und Eßling. Dennoch
war der 30 Stunden währende Kampf zwischen Franzosen und Österreichern
ein Gemetzel: 40.000 Tote, 11.000 Verwundete. Historiker erkennen hier
den Beginn des Niedergangs Napoleons. Patrick Rambaud erzählt "Die Schlacht"
in Romanform und greift dabei größtenteils auf historische Persönlichkeiten
zurück. Den Franzosen hat es gefallen. Über 600.000 mal wurde dort das
Buch verkauft und mit Preisen überhäuft. Einen anderen Schrecken thematisiert das mit einem Vorwort des Bochumer
Historikers Hans Mommsen versehene Buch "KZ der Gestapo". Es basiert auf
der Erkenntnis, dass neben dem KZ-System und der ordentlichen Justiz ein
dritter Pfeiler der nationalsozialistischen Unterdrückung existierte:
die Arbeitserziehungslager. Sie beschreibt die RUB-Absolventin Gabriele
Lotfi, die erstmals Sinn und Zweck dieser Lager wissenschaftlich nachweisen
konnte. Gute Romane über die alte Heimat unserer Uni sind rar. Umso erfreulicher,
dass der in Oberhausen aufgewachsene Ralf Rothmann nun ein solches Buch
vorlegt. In "Milch und Kohle" porträtiert er aus Sicht des 15-jährigen
Simon das Revier in den Sechzigern. Szene an Szene reiht er, schildert
eindringlich die ärmlichen Verhältnisse, in denen die Familie lebt: den
unter Tage arbeitenden Vater, die verschwenderische, lebenslustige Mutter,
den labilen Bruder, den aufbegehrenden Freund, die Mädchen und die Musik.
All das geschieht vor einer "intakten" Zechenkulisse mit Fördertürmen,
Backsteinsiedlungen und schmutziger Luft. |
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Das Buch "Die Schlacht" verlosen wir unter allen, die uns bis zum 18.4.2000 eine Postkarte schicken: Redaktion RUBENS, Pressestelle der RUB, 44780 Bochum; Stichwort ist die Antwort auf folgende Frage: "Unter welchen Telefonnummern sind die neuen Arbeitsmediziner der RUB zu erreichen?" |
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| 01.04.2000 |